PEI: 140.000 Verdachtsmeldungen auf Tod nach Impfung, das wäre ein Risikosignal vielleicht

Eine Schlussfolgerung aus der Observed-versus-Expected-Analyse des PEI. Und was das über die Arbeitsweise des PEI aussagt.

 

! Update: Es hat sich gezeigt, dass die Argumentation so auch noch nicht so gut verstanden wird. Bei den Links unten der Flyer hat schon die neue Argumentation. Vielleicht damit anfangen.

 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für die Überwachung der Impfstoffe zuständig. Eine Überwachungsmethode ist die Observed-versus-Expected-Analyse (Beobachtet versus erwartet). In den Sicherheitsberichten des PEI wurden bis Mitte/Ende 2022 die Ergebnisse zu den gemeldeten Todesfällen im zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen dargestellt. Hier die Tabelle aus dem Sicherheitsbericht vom 7.9.2022, Seite 36, für Comirnaty. Der erwasste Zeitraum ist seit Beginn der Impfkampagne bis 30.6.2022:

Die Zahlen, die nach einer weiteren Aufarbeitung schreien, finden sich in der SMR (Standard Mortality Ratio) Zeile. Was sagen die Werte in der SMR-Zeile aus:

  • Wenn die gemeldeten Verdachtsfälle genauso viele gewesen wären, wie das Paul-Ehrlich-Institut für den Fall erwartet, dass die Impfungen keine Todesfälle bewirken, dann würden in der Zeile lauter 1-sen stehen.
    Beispiel: 527 Todesfälle erwartet, 518 Todesverdachtsfälle gemeldet, SMR 518/ 527 = 0,98, also ungefähr 1.
  • Wenn mehr Tote gemeldet worden wären, als für den Fall erwartet, dass die Impfungen keine Todesfälle bewirken, dann würden hier Zahlen größer 1 stehen. Und dann könnte dies ein Risikosignal sein.
  • Aber: Hier stehen lauter Zahlen kleiner 1. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig viel kleiner. Für den zeitlichen Zusammenhang innerhalb von 30 Tage sind es beispielsweise gut 0,98% weniger als erwartet!

Was bedeutet das in absoluten Zahlen? Da die SMR berechnet wird, in dem die gemeldeten Verdachtsfälle durch die erwarteten Fälle dividiert werden, können wir berechnen, wieviele Fälle das PEI erwartet hat, indem wir 1.436 durch 0,0104 divideren. Ergebnis: Das PEI hat 138.077 gemeldete Todesverdachtsfälle für Comirnaty erwartet, für den Fall, dass die Impfungen keine Nebenwirkung haben würde.

Das heißt doch: Die Impfungen sind super sicher! Wir hätten noch weitere 140.000 Meldungen von Verdachtsfällen für Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung haben müssen, bevor wir uns überhaupt hätten Sorgen machen brauchen ! Erst dann hätte es ein Risikosignal gegeben !

???

Zum Vergleich: Aktuell sterben in Deutschland im Jahr um die 980.000 Menschen.

 

Um die Krassheit und den Handlungsbedarf, der aus diesen Zahlen hervorgeht, deutlich werden zu lassen, ein Beispiel aus einem anderen Bereich zum Vergleich. Sagen wir, ich will ein Auto kaufen. Geh ich zum Autohändler:

„Ich hätte gerne diesen Neuwagen dort. Den, weil mir ein niedriger Verbrauch wichtig ist. Ich habe gehört, dass bei den Herstellerangaben getrickst wird. Deshalb bräuchte ich da eine Überprüfung, lässt sich da was machen?“

„Klar,“ sagt der Autohändler, „ich mach dir eine Observed-versus-Expexted-Analyse. Ich nehme mir eine Strecke vor, errechne mit den Herstellerangaben den Benzinverbrauch, der zu erwarten ist, dann fahre ich die Strecke und dann werden wir sehen. Komm nächste Woche wieder.“

Alles klar, ich nächste Woche wieder hin.

„Sodele hier ist das Ergebnis: Die SPUR (Standard Petrol Usage Rate) ist 0,0104. An den Herstellerangaben ist nichts zu beanstanden! Eine SPR unter 1 ist gut.“

„?“

„Ja: Ich habe den erwarteten Benzinverbrauch ausgerechnet. Dazu habe die Herstellerangaben für den Verbrauch pro 100km genommen und auf die Teststrecke hochgerechnet. Erwartet habe ich 52 Liter. Nach der Tour habe ich den Verbrauch nachgesehen und der war nur etwas über einen halben Liter, 0,54 Liter, um genau zu sein. – Über den Verbrauch brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Das sehen die mit mir befreundeten Autohändler übrigens auch so.“

Und, soll ich das Auto kaufen?

 

Was sagt das PEI zu dem Ergebnis? (Seite 8):
„Ein Vergleich der Anzahl der gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen mit tödlichem Ausgang im Abstand von einem Tag bis 30 Tage nach Gabe eines COVID-19-Impfstoffs mit der im gleichen Zeitraum statistisch zufällig zu erwartenden Anzahl der Todesfälle (Daten des Statistischen Bundesamtes) ergab für keinen der fünf zugelassenen COVID-19-Impfstoffe in Übereinstimmung mit Literaturdaten(1) ein Risikosignal.“

 

Gibt es irgendwelche Hinweise, wie das PEI zu seinem Erwartungswert für die gemeldeten Verdachtsfälle für Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung für den Fall das die Impfung keine Nebenwirkungen hat, gekommen ist?:

„Hintergrundinzidenz laut Statistischem Bundesamt 1.240,97 pro 100.000 Personen/Jahr.
Daten des Statistischen Bundesamts (abgerufen am 19.01.2022): 982.792 Sterbefälle im Alter von 5 Jahren und älter im Jahr 2020; Bevölkerungsstand (Altersgruppen: 5 Jahre und älter im Jahr 2020): 79.195.618 (…).“
(Seite 9)

Das ist was das PEI dazu preisgibt. Das PEI hat also irgendwie die Sterbefälle insgesamt als Ausgangspunkt genommen. Es ist auch klar, dass dann eine Anpassung an die Zeitspanne vorgenommen worden ist, die die Geimpften in der Summe Zeit hatten, in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung zu versterben. Aber dann? Ob und wie hat das PEI berücksichtigt, dass beim Statistischen Bundesamt alle Toten registriert werden, aber nicht alle Toten bei PEI als Verdachtsmeldung auf Tod durch Impfung gemeldet werden?

 

Es lässt sich lange rätseln, wie das PEI auf seinen Erwartungswert gekommen ist. Das ist aber gar nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, dass der beobachtete Wert so weit unter dem erwarteten liegt, dass irgendetwas grundlegend anders gelaufen sein muss, als in den Erwartungswert eingeflossen ist. Das gehört überprüft. Also, woran liegt es? Hat die Impfung Wunder gewirkt? Haben wir eine Untersterblichkeit? Oder ist die Erwartungsbildung des PEI Murks?

Das PEI dazu: [ ]

Sagen wir so: Ich kaufe das Auto erstmal nicht. Ich bestehe auf einem Test, der nachvollziehbar auch einen Aussagewert hat.

 

Links

Flyer Paul-Ehrlich-Institut im Coronaquest 2023-03-28.pdf

Das passt dazu: Flyerkampagne: Wichtige Themen in kurzen Informationshappen

Das passt noch dazu: Akteure der Krise: RKI & Co.

 

Kuhbandner et al haben sich dem Schmuh rund um die Observed-versus-Expected-Analyse des PEI auch angenommen: Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht beruht auf groben methodischen Fehlern des Paul-Ehrlich-Instituts.

Auf corona-blog.net werden die Sicherheitsberichte des PEI regelmäßig besprochen. Die Besprechung des 19. Berichts, der dem Beitrag hier zugrunde liegt, findet sich hier.

Zum Verständnis der Observed-versus-Expected-Analyse fand ich den Wikipediaartikel zur Standard-Mortality-Ratio hilfreich. Und in dieser vom PEI angegebene Quelle finden sich auf Seite 220 Rechenbeispiele.

 

gepostet am 2022-12-27

Kommentare

- beitragsbezogen
- begründen
- Quelle angeben und Verweise auf andere Seiten erwünscht, mit Erläuterung, was dort zu finden ist und warum von Interesse.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.