RKI-Files: Impfthema

Für diesen Beitrag bin ich die RKI-Files durchgegangen, die weitgehend entschwärzten bis April 2021, und habe fast alle Abschnitte herauskopiert, die im Zusammenhang mit den Coronaimpfungen stehen.

Für das RKI-File-pdf, weitere Themenauslesen und Highlights und Besprechnungen und ein Abkürzungsverzeichnis siehe den Beitrag ➜RKI-Files (Sammlung).

Verwandtes Thema beispielsweise ➜Natürliche Immunität

Themen eines Abschnitts habe ich manchmal gefettet, zweck schnellerer Überfliegbarkeit.
Aussagen im Zusammenhang mit Wirksamkeit, Nebenwirkungen oder Zwangsimpfungen hab ich hervorgehoben.

Update 2024-06-18

2020-03-18
1. Klinische Studien für Impfstoff mit 45 Personen ist angelaufen (dose finding, Phase 1); über 70 Studien sind angemeldet, jedoch noch in Planung.

2020-04-15
Erkenntnisse über Erreger
Vorstellung des aktuellen Stands zu Impfung
– Selbst wenn Impfstoffe zu spät für Verlauf der Pandemie, dann wichtig in Post-Pandemie-Phase
– Laut aktueller Nature Publikation gibt es sehr viele Kandidaten in der Pipeline (115, 5 davon in Phase I) mit einem sehr großen Spektrum an unterschiedlichen Ansätzen.
Alle Ansätze haben jedoch Spikeprotein als Ziel
Blockierung der Interaktion mit ACE2-Rezeptoren
Es gibt jedoch bislang keine Erfahrungen mit RNA- und DNA-Vakzinen, im Zulassungsprozess u.U. relevant.
– Entwicklungen verlaufen mit enormer Geschwindigkeit, Mitte März erste Phase I in USA und China Impfstoffkanditaten in Phase I-II aus den USA, China, UK und Kanada
– Der virale Vektorimpfstoff aus China soll in Phase II
auch an (gesunden) über 80-jährigen getestet werden.
– UK will kombinierte I/II Studie durchführen.
– Viele Impfstoffkandiaten in Biotec Firmen und akademischen Gruppen entwickelt, dort keine keine
Produktionskapazität, daher ist Tech Transfer nötig,
– Diskussionen laufen mit Gates Foundation und CEPI
– Noch fraglich, ob dann genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Die US Regierung hat schon Produktionsstätten mittels ihrer Notstandsgesetze beschlagnahmt.
– Normalerweise plant man 12-18 Monate ab Beginn Phase I. Wenn das von den Regulatoren so entschieden wird, dann kann es schneller gehen als 12-18 Monate
Solch eine Entscheidung bedeutet für uns: gute Risikokommunikation und entsprechende Post-Marketing Surveillance, damit man wesentliche Impfkomplikationen schnell erkennt
– Derzeit wird in der Literatur Immune Enhancement diskutiert (schwere Erkrankung durch Impfung) Impact verschiedener Impfstrategien während Pandemie und in Post-Pandemie-Phase, – Priorisierung der Gruppen, unter Berücksichtigung einer steigenden
Immunität in Bevölkerung, serolog. Studien auch für diese Fragen wichtig, Modellierung einer „Test-Vaccinate“-Strategie: Zunächst Schnelltest, dann erst Impfung (vgl. Dengue)
– Eine AG zum Thema wurde in der STIKO aufgebaut Studie zur pandemischen Kontaktmatrix
Auf Anfrage vom PEI Hintergrundinzidenzen für Nebenwirkungssignale wieder priorisiert, um Daten zu
haben bei Einführung der Impfung
– Konzept zur Einführung der COVID-19 Impfung soll zusammen mit dem PEI geschrieben werden, UK hat solch ein Konzept schon, auch Studien zu Impfkomplikationen/-effektivität geplant, da viele Impfstoffe in Pipeline, die nicht gut getestet sind.
– BCG-Impfstoffe:
o möglicher unspezifischer Effekt („Immun-Training“)
o unklar, ob tatsächlich wirksam, werden Studien ergeben
o Ergebnisse beruhen auf Studien in high mortality settings, z.T. mit Bias
o 3 studien in Phase III: ggf. Ansatz für mediz. Personal zur Überbrückung
– Derzeit kann man schwer sagen welcher Impfstoffansatz der erfolgversprechendste ist, Joint Procurement vorab schwierig, CEPI (auch finanziert durch BMBF) wirkt hoffentlich bei Tech Transfer
ausgleichend.
– Es gibt keine Erfahrung wie gut und wie dauerhaft die Immunität durch die Impfung sein wird.
– Firmen sind zuversichtlich, dass ein Impfstoff entwickelt werden kann. Bei MERS und SARS wurde die Impfstoffentwicklung in Phase II wg fehlender Finanzierung angehalten
– Es gibt keine Erfahrung mit mRNA- Impfstoffen, aber ein großer Vorteil wäre, dass wenn man die Produktionsstätten hat, rel. schnell viel Impfstoff hergestellt werden kann.
– Immunantwort bei älteren Personen: Normalerweise laufen Studien nur mit Probanden zw. 18-60 J., es wäre gut in Phase II auch in höhere Altersgruppen zu gehen, die derzeitige Studie in China wird nur mit gesunden alten Probanden durchgeführt. Post- marketing
Surveillance ist daher sehr wichtig.

– Anmerkung zur Impfstrategie: z.T. bei Impfungen unerwünschte Wirkungen, die auch bei der Erkrankung vorkommen (dabei aber in größerem Maßstab), wurde auch bei anderen Impfstoffen beobachtet

Soweit mir die Diskussion bekannt, wurde die Impfstoffentwicklung bei SARS und MERS nicht wegen fehlender Finanzierung angehalten, sondern wegen Aussichtslosigkeit: Die Viren veränderten sich zu schnell, weil es 1-Strang RNA-Viren sind. Richtig?
[XXX Quelle gesucht

2020-04-27
RKI-Strategie Fragen
a) Allgemein Konzept COVID-19 Impfen
– Das RKI hat den Auftrag erhalten ein Impfkonzept zu entwickeln,
FG33 hat dies mit vom BMG besprochen, es ist zweiteilig
1. Entwicklung einer Impfempfehlung, inklusive Priorisierung von erstzuimpfenden Personengruppen, hierzu wird diese Woche eine STIKO-Arbeitsgruppe etabliert, es soll auch vorab Modellierungen stattfinden, hierzu wurde ein Antrag an BMBF gestellt
2. Vorbereitung der Einführung einer Impfung
o Es werden mehrere Impfstoffe kommen, die im Schnelldurchgang entwickelt und geprüft wurden
o Relevante Daten werden erst Post-Marketing erhoben
o Konzept mit vielen Aspekten muss gemeinsam mit dem PEI entwickelt werden: Risikokommunikation, welche Impfungen, Besonderheiten, Impfquoten Monitoring, welche Personengruppe erhält welchen Impfstoff, möglicherweise gibt es verschiedene Typen, spezielles Monitoring der Impfung, was geht durch bereits etablierte Systeme, wo sind flankierende Systeme oder Erhebungen notwendig, wie läuft die Dokumentation, wer impft, usw.
o Es gibt hierzu auch eine AG am BMG, und die Diskussion wird ebenfalls mit den BL geführt
o Noch zahlreiche zu klärende Fragen, z.B. kann/soll DEMIS hierfür benutzt werden? Sind es Impfzentren, läuft es durch den ÖGD oder Arztpraxen wie bei Routineimpfungen?
o Es gibt noch Zeit, aber die Systeme sollten bis Ende des Jahres klar sein

2020-05-29
Update zum aktuellen Stand Impfen/ Impfstoffentwicklung
FG33
– Die STIKO wurde vom BMG mit der Einrichtung einer AG zu Impfthemen im Zusammenhang mit COVID-19 beauftragt. In dieser Woche wurde ein Arbeitsplan erstellt. Es ist anzunehmen, dass die Verfügbarkeit eines Impfstoffs zu Beginn begrenzt sein wird; Reviews sind notwendig; dafür müssen auch unpublizierte Daten der Impfstoffhersteller zur Verfügung gestellt werden.
– Stand der Impfstoffentwicklung: Weltweit sind über 140 Kandidaten in der Entwicklung, die meisten in der präklinischen, etwa 1 Dutzend in klinischer Phase. Ein Impfstoff in England ist bereits in Phase2/3, mit möglicher Zulassung im kommenden Herbst. AstraZenica hat bereits die Produktion dieses Impfstoffs begonnen.
– In Russland sind 10 bis 20 Impfstoffe in der Pipeline, bei denen ggf. die Phase 3 ausgelassen wird. Problematisch sind die Produktionskapazitäten.
– Die Arbeitsgruppe erstellt momentan ein altersstratifiziertes
Transmissionsmodell, dafür wurde ein Antrag für 2 bis 3 MA beim BMBF eingereicht. Ein Advisory Board soll eingerichtet werden, insbesondere um externe Modellierer mit einzubinden. Daten zum Kontaktverhalten sollen genutzt werden (Kontakt-Matrix-Studie), jedoch steht das Votum des Datenschutzes aus.
– Das BMG wünscht ein Konzept, das wesentliche Aspekte des
Impfens gegen SARS-CoV-2 in DEU, inkl. Produktionskapazitäten, Evaluation, Impfquotenerfassung, Monitoring der Impfeffektivität und –sicherheit, Frage, wer wo impft, mit aufgreift.
– Antibody-dependent Enhancement wird aktuell nicht erfasst.
– Ggf. kann DEMIS mit genutzt werden, dazu finden Gespräche mit FG31 und FG32 statt. Die Federführung für die Aktualisierung eines solchen Konzepts wird beim RKI liegen. Zeitnah müssen Diskussionen mit den BL geführt werden; dabei wäre ein zentraler Einkauf, eine zentrale Verteilung und eine Durchführung der Impfung in Impfzentren zu favorisieren.
Auf Bitte des BMG hat FG33 am Health Security Council teilgenommen, bei dem ein europäischer Immunization Plan diskutiert wurde. Dieser beinhaltet nicht nur eine Bedarfsabschätzung für Europa (die USA haben bereits Vorverträge mit Herstellern abgeschlossen), sondern auch eine Harmonisierung von Impfstrategien und Zielgruppen.
Letzteres liegt klar im Mandat der Mitgliedsstaaten; der Plan ist eine Empfehlung für ein evidenzbasiertes Vorgehen. Es besteht die Gefahr von Duplikationen, da mehrere internationale Organisationen sich dem Thema widmen.
Es wird klargestellt, dass die Phasen 1 und 2 häufiger kombiniert werden und dass Phase 3 Studien in Russland, aber bisher nicht in anderen Ländern übersprungen werden sollen.
Antibody dependent enhancement wird nicht über Phase 3 erkannt, sondern eher über Postmarketing-Studien, für die EMA oder PEI zuständig wären.
– Es wird angeregt, bei der Erfassung der Impfquoten die Grippe-Web-App zu berücksichtigen. Zusätzlich wird darum gebeten, alle externen Modellierungsangebote zu bündeln und zu nutzen (nicht nur hinsichtlich der Impfstoffentwicklung);
dafür soll das Advisory Board eingerichtet werden. Zur Besetzung des Advisory Boards können im Verlauf Vorschläge gemacht werden.
Die BZgA betont die lange Vorlaufzeit für die Ausarbeitung einer Mehrebenenkampagne zum Impfen; jedoch ist laut FG33 der Zeitpunkt der Verfügbarkeit eines Impfstoffs weiterhin schwer einzuschätzen und die Art des Impfstoffs und seine Effektivität in verschiedenen Altersgruppen essentiell für die Entwicklung einer zielgerichteten Kommunikationskampagne.

2020-06-15
Neues aus dem BMG
Das Thema Impfen rückt in den Fokus. Es wurden 6 Millionen
Dosen für die Grippeimpfung bestellt und es wird diskutiert, wie
diese in den Umlauf gebracht werden sollen.

2020-07-03
o Bericht Impfen
Es kann regelmäßig über wöchentlichen Treffen des PEI, BMG
im Krisenstab berichtet werden.
o Influenza: Nationale Reserven wurden um 6 Mio. zusätzliche
Impfstoffe (Lagerung Bundeswehr) für die kommende Saison
aufgestockt. RKI und PAI haben ein Konzept für das Roll-Out
erstellt. 500.000 Dosen sind aus den USA (anderer Impfstoff)
und werden zunächst zurückgehalten.
Ziel für die kommende Saison ist die Steigerung der
Impfquoten und es wird eine Intensivierung der Grippen-
Kampagnen mit BZGA geben.
o COVID-19
Es besteht ein dringender Diskussionsbedarf zwischen dem Bund und den Ländern für das Vorgehen. Bund präferiert Impfzentren.
Es ist ist noch unklar wie die Impfungsraten und geimpften Gruppe erfasst/überwacht werden sollen. Länder haben bereits bereits eigenständig ein Konzept erstellt, dass online online gehen soll. RKI
hat FAQ mitentwickelt, die die aktuell seit 3 Wochen beim BMG zur Abstimmung sind. Es wird über eine Impfpflicht für medizinisches
medizinisches Personal nachgedacht.

o Bilateraler Erwerb des des Covid-19-Impfstoff Covid-19-Impfstoff
AZD1222 (Oxford/ AstraZeneca) Deutschland hat sich mit weiteren
drei EU-Ländern bereits den Impfstoff gekauft
(300 Mio Dosen) Die Zulassung ist für September 2020 geplant, sollten die Ergebnisse Sicherheit und Effektivität zeigen. Deutschland würde 8-10 Mio Dosen Dosen erhalten. erhalten. STIKO überlegt wie man die Verteilung priorisieren könnte.

2020-07-10
Frage von XXXX: Ist Impferfassung über DEMIS machbar?
o ist hierzu mit BMG in engem Austausch
o COVIMO Projekt wird ggf. beantragt
o Fragestellung: wie können in Deutschland Daten ohne ein Impfregister erfasst werden?
o Anbindung an DEMIS ist möglich, abhängig davon wie/wo geimpft wird
o Wenn Impfung in Impfzentren stattfindet ist es relativ wenig Aufwand diese einzubinden und eine zentrale Erfassung zu ermöglichen
o Wenn Impfung durch Hausärzte erfolgt wie das BMG wünscht, dann ist es schwierig diese einzubinden, dies braucht viel Zeit
o Wöchentliche TK mit BMG um Projekt vorzubereiten

2020-08-03
SARS-CoV-2 Genomdiversität (Folien hier)
FG17
70.000 Genome wurden zwischenzeitlich sequenziert.
Genom ist mit 30 kb ziemlich groß. Evolutionsrate ist relativ langsam (gute Nachrichten).
Größe des Spike Gens, für Bindung verantwortlich, fällt auf. Vor allem Bindung an ACE-2 Rezeptor wichtig. Einfaches Target für neutralisierende Antikörper. Mutationen im Spike wurden analysiert, D614G ist häufigste Mutation (71%).
G614 ist in fast allen infizierten Populationen dominant geworden, auch dort, wo initial D614 vorherrschte. Trend hat sich global vollzogen. Auch in Deutschland ist das die Mutation, die sich durchgesetzt hat.
G614 ist mit niedrigeren Ct–Werten verbunden und mit höherer Viruslast assoziiert, aber nicht mit einer schwereren Erkrankung.
G614 könnte den Spike stabilisieren, könnte Zeichen sein, dass sich Virus an Wirt anpasst. Keine Unterschiede bei Neutralisierung.
Ist ein Escape vor neutralisierenden Antikörpern möglich? Inwieweit kann es zu Escape Mutanten kommen? Resistente Spike-Mutanten kommen in niedriger Frequenz in der Natur vor.
Inwieweit lassen sich die Viren neutralisieren? Durch den Einsatz von AK-Kombinationen konnte die Antikörper-Resistenz vollständig überwunden werden. -> GuteVoraussetzung für Therapie und Impfstoff, so schnell sind keine Escape Mutanten zu erwarten.
Die G614 Mutante hat sich durchgesetzt, da sie Replikationsvorteile hat, damit verbunden ist keine höhere Virulenz.
Die Gangelt-Variante wurde verdrängt, Man kann analysieren, ob es in einer Klinik verschiedene Einträge gibt.
Kann eine Reinfektion mit einem neuen Virus von einer Exazerbation einer perzipierenden Infektion unterschieden werden? Könnte nachgewiesen werden, wenn in einem Patienten beide Gruppen nachweisbar wären.

2020-10-14
Neues aus dem BMG
Relativ diffuse Themenlage: Impfen und Impfstrategien für Herbst, Testansätze, verschiedene kleinere Themen

2020-08-17
b) RKI-intern
– Aktuelle Entwicklungen zum COVID-19-Impfstoffe
Update – COVID-19 Impfstoff-Entwicklung und Einführung der
Impfung in Deutschland (Folien hier)
Überblick Impfstoffentwicklung COVID-19
o Weltweit gibt es über 170 Projekte für die Entwicklung von COVID-19 Impfstoffen
o Aktuell 26 Impfstoffe in der klinischen Entwicklung in
Europa, USA, Asien / China, Aus
o Individuelle Entwicklungsprogramme werden kontinuierlich adaptiert
o Die meisten Impfstoffe werden global entwickelt
o In Phase 3 sind 7 Impfstoffe
o Zugelassen ist bisher kein Impfstoff
Impfstoffe, die für eine zeitnahe Impfung in Dtl. derzeit in
Betracht kommen (Liste nach PEI)
o 7 Impfstoffe
o Von denen hat Oxford/AstraZeneca einen Vertrag mit der
EU über 400 Mio. Impfdosen Oxford/AstraZeneca – ChAdOx1 nCoV-19
o Oxford/AstraZeneca im Vgl zu Menigokokken Impfstoff 2-malige Impfung wahrscheinlich nötig Safety & WT-NT Immunogenität von Oxford/AstraZeneca
o Oben zeigt gelber Streifen Reaktogenität, unten Immunität, nach erster Dosis noch unter Zielwert
o Quelle: Folegatti et al. Lancet, 2020 Moderna – mRNA mit Lipid Nanopartikel (LNP)
o Ergebnisse Phase1/2 publiziert: Jackson et al. NEJM, 2020
o Placebo-kontrollierte Phase 3-Studie in USA seit Ende Juli
Moderna –mRNA-1273 – Nebenwirkungsprofil
o Vergleich der Dosengruppen hinsichtlich den Neben-
wirkungen
o keine schwerwiegende Nebenwirkungen, aber im Vgl zu herkömmlichen Impfstoffen schon mehr
– Moderna –mRNA-1273 – Immunogenität
o Immunogenität überzeugender als bei Oxford, nach der
zweiten Impfung liegen Werte über denen von
Rekonvaleszenten, sehr viel versprechend
– BioNTech-BN162b1 – DE-Studie, Neutralisierende Antikörper
o NT unter Nutzung verschiedener Virus Varianten
– Novavax NVX– CoV2373, adjuvantiert
o letzte Woche erste Daten publiziert: Immunogenität 4x höher als Rekonvaleszenten gefunden
o Zu klärende Frage: Schutz der Impfstoff nur vor der Erkrankung oder vor der Weitergabe des Virus? Neutralizing Antibody Responses
o Novavax Impfstoff nach 2. Impfung Antibodies höher als
bei Rekonvaleszenten
– Timelines & Offene Fragen
o Vorliegende Daten/Studien sind alle Impfstoffe reaktogen
o Tatsächlicher Schutz zeigt sich erst in Phase 3 Studien
o Zulassung bei beiden Impfstoffen bis Ende des Jahres
o Mehrere Firmen haben schon mit der Impfstoff
Produktion begonnen
o Initial werden wir keine Daten zu Kindern unter 18 Jahren
haben. Erst nach Zulassung der Stoffe wird für Kinder
getestet
o Wichtiger offener Punkt. Enhanced Disease: Dies bedeutet,
dass bei Impfdurchbrüchen stärkere Erkrankung auftritt
als bei Ungeimpften.
Von der Entwicklung bis zur Einführung
o Übersicht: Wie Abläufe bei der EMA Zulassung ab
o STIKO hat schon begonnen eine Empfehlung zu
entwickeln, werden kontinuierlich aktualisieren;
o Priorisierung von Gruppen für Impfungen noch nicht
erfolgt
FAQs zu COVID & Impfen (Stand: 03.07.2020)
– Vorstellung Konzept für die Einführung und Evaluation einer
Impfung gegen COVID-19 in Deutschland
Nächste Schritte
o Konzept zur Umsetzung der Impfung (Routinesystem vs.
Impfstellen)
-Entscheidung BMG/Bundesländer steht aus
o Konzept zur Impfquoten-Erfassung
-Entscheidung BMG steht aus (Konzept KV/GKV)
o Verhandlungen mit Herstellern / Teilnahme EU Joint
Procurement
-zu Impfstoffen laufen (BMG)
-zu Nadeln / Spritzen = Abfrage Bundesländer
o Austausch mit Bundesländern
-erster Termin Donnerstag diese Woche (AGI)
-Entwurf eines Impf-Konzepts durch Bremen
(Vorsitzland)
– Alle Stoffe werden zunächst ab 18 Jahren zugelassen
Keine Zulassung für Kinder und Schwangere im ersten Schritt
angestrebt. Folgt nach Erstzulassung
– BMG Priorisierung in DEMIS zur Erfassung der Impfreaktionen,
auch wenn dies primär ans PEI geht. Wird bilateral weiter mit
FG33 gesprochen werden.

2020-08-21
RKI-Strategie Fragen
Wichtig wäre die Klärung der langfristigen Strategie (Rolle des
Impfstoffs, der unkomplizierten Erkrankungen).

2020-08-24
China hat einen SARS-CoV-2-Impfstoff im Rahmen eines Emergency Usage für Personen mit hohem Infektionsrisiko zugelassen.

2020-08-24
Das Thema Impfstoff müsste proaktiv angesprochen werden, auch wenn eine zeitnahe und ausreichende Verfügbarkeit ggf. nicht vorhanden sein wird und ein Plan B beschrieben werden müsste. Jedoch ist zu beachten, dass aktuell 170 Impfstoffe in der Pipeline sind, die weitere Entwicklung schwer abschätzbar ist und mit einer zeitlichen Verzögerung nach der Zulassung eines möglichen Impfstoffes zu rechnen sein wird.

2020-08-24
Fahrplan Impfstoffstrategie und -umsetzung
– Es wird berichtet, dass die Bundesländer über die geplante Zulassung von Impfstoffen ab Ende des Jahres überrascht waren
und nun die Implementierung und Logistik planen müssen. Eine zentrale elektronische Erfassung der Impfquoten ist notwendig,
bei der Sicherheit und Wirksamkeit mit erfasst werden sollen.

Die Bundesländer haben einstimmig befürwortet, DEMIS dafür zu nutzen. Jedoch ist im BMG diesbezüglich eine Entscheidung ausstehend. Es wird darum gebeten, dass die Leitung diese
Entscheidung erneut mit dem BMG thematisiert.

2020-09-14
Infos zum Impfen: ab jetzt immer fester Top Freitags

2020-09-14
Neues aus dem BMG
BMG-Liaison
Thema Impfung ist im Moment „hot topic“ am BMG
(Verteilung, Beschaffung, Logistik etc.) XXXX hat
bereits im Expertenrat Influenza dazu vorgetragen. Im BMG ist das Referat 614 zuständig und war in Person von vertreten Ein Beitrag zu Impfung ist am Freitag im Krisenstab geplant.

2020-09-28
Maßnahmen Impfung
Infektionsschutz
STIKO hat Mandat Impfempfehlung zu entwickeln.
Deutscher Ethikrat und Leopoldina sollen einbezogen werden, d.h. 8 zusätzliche Experten, die nicht alle Expertise in Impfprävention haben.
Zunächst soll ein ethischer Leitfaden für Priorisierung von knappen Impfstoffmengen entwickelt werden.
Im Laufe des Oktobers hat FG33 Jour fixe Termine mit Impfstoffherstellern, die dann ihre Impfstoffe vorstellen.
Daten aus Phase 3 Studien liegen noch nicht vor. Es gibt bis
zu 10 Impfstoffe, die peu à peu auf den Markt kommen werden.
Zulassung bei FDA vor US Wahlen ist nicht gewünscht, auch
nicht bei europäischer Behörde, d.h. es wird erste Ergebnisse nicht vor November geben.
Alle Impfstoffhersteller produzieren bereits Impfstoffe, die
voraussichtlich ab 1.Quartal 2021 zur Verfügung stehen
werden.
Im Mai wurde bereits ein erstes Konzept für die Einführung der Impfung entwickelt. Monatelang ging das Konzept hin und her, es wurde z.B. diskutiert, wo geimpft werden soll. Nun soll das Konzept nochmal überarbeitet werden und in einer nationalen Impfstrategie münden, die dann mit den Bundesländern geteilt werden kann.

2020-10-02
Update Impfen
Update zur Diskussion mit den BL zum Kauf bzw. Einsatz von
Influenzaimpfstoffen:
o Bund hat 6 Mill. Impfstoffdosen eingekauft
o Beinhaltet auch 500.00 Impfstoffdosen von dem Sanofi
Hochleistungsimpfstoff (Efluelda); dieser 10-30% effektiver
als bisherige auf dem Markt; Dieser wird eher in Altenheime eingesetzt, steht erst im Nov. zur Verfügung;
– Erfassung der Covid-19 Impfquoten:
o Anfang der Woche Telefonat zur Impfquoten-Erfassung mit BMG: Diese Erfassung ist nationaler Impfstandard.
Wir müssen wissen wer mit welchem Impfstoff geimpft wird.
o Geplant sind vom BMG bisher 3 parallele Stand-Alone-Systeme: Dazu gehört Impfquotenerfassung durch Impfzentren, App des PEIs zur Erfassung von Nebenwirkungen;
o Falls die Impfquoten-Erfassung ans RKI vom BMG gegeben
werden, weil wir durch ÖGD Kontaktstelle viele neue Stellen haben
o XXXXXXXXXXXXXXXXX
o Problem: Wir brauchen eine vollständige/zentrale gut aufgestellte Erfassung der Impfquoten. Aber unsere Personalressourcen lassen dies nicht zu.
Als Alternative nennt das BMG eine Impfquoten-Erfassung
bei den KVen;
RKI im Mai Entwurf beim BMG zur Erfassung eingereicht und jetzt noch keine Entscheidung
Prio ist: Bearbeiten, was wir als bestehende Systeme haben; Als Beispiel: Bisher keine Mittelverlängerung für DEMIS; die Mittel laufen zum 01.01.2021 aus;
Bitte an direkt mit KVen dazu sprechen, denn wir brauch die Erfassung der Impfquoten
Eine Erfassung der Impfquoten per Telefonsurveillance wie 2009 als Alternative zu KVen Lösung
Auf Leitungseben mit FG33 weiteres Vorgehen besprechen

Da ist sie wieder die Frage: Warum sind alle verspritzen Impfstoffe Geninjektionen? Warum kein konventioneller dabei?

2020-10-16
o WHO call u.a. mit China: Diese berichteten, dass 10 Mill. Chinesen bereits gegen SARS-CoV-2 geimpft worden sind; aber keine Angabe mit welchem Impfstoff und keine zu den Nebenwirkungen;

2020-10-16
Update Impfen (nur freitags)
– Gestern im BMG ein Grobkonzept besprochen:
Impfmanagement auf lokaler ebene.
Impfquotenerfassung, Impfnebenwirkungerfassung
o XXXX gab Arbeitsauftrag an RKI ein bundesweites Impfmonitoring zu etablieren;
o Damit weiteres Software-Projekt erhalten;
o Ziel des Impfmonitoring: Effektivität der Impfung abschätzen;
o Bitte alles an Dienstleister herausbringen was geht, z.B. Capgemini oder Bundesdruckerei;
o Beim Impfmonitoring schwierig, da schnelles Heraussgeben der Aufgaben geht nur an jene, mit denen Rahmenverträge bestehen;
Detailfragen bleiben am RKI hängen; Impfmonitoring muss primär fachlich bearbeitet werden;

2020-10-30
Update Impfung (nur freitags)
Letzter Stand zur Impfung (hier)
– Laufende Studien
o 2 Impfstoffe wurden bei EMA eingereicht
o 1. Ergebnisse der Phase III Studien werden im Laufe des
Novembers erwartet
o Wenn positiv, könnte Zulassung innerhalb von 2-6 Wochen
erfolgen, dann wären sie Anfang 2021 verfügbar
o 1. BioNTEch/Pfizer: 2 Dosen. Lagerung bei -70°C (…),
Lösemittel zur Herstellung notwendig, 5 Dosen pro Behältnis
o 2. Oxford/AstraZeneca: voraussichtlich 2 Dosen (ob eine
genügt wird aktuell getestet), Lagerung bei 2-8°C
– STIKO Empfehlung
o 1. Priorisierung ethischer Leitfanden in Endabstimmung, wurde in Videokonferenz Minister vorgestellt, zu klären ist Verfassungsschutzanfrage zur Notwendigkeit
parlamentarischer Absegnung, dass priorisiert werden darf

(mögliche Klagen von interessierten die nicht priorisiert sind aber geimpft werden wollen)
o 2. Empfehlung: Zuständigkeit bleibt bei STIKO, Orientierung am ethischen Leitfanden, dringender Bedarf für Planung der Massenimpfungen durch BL, auch Ministerium möchte erste Empfehlung im Laufe des Novembers, STIKO möchte ungern so ohne Phase III Studienergebnisse Empfehlungen verfassen
o Aktuelle Diskussion: Personen in Alten- und Pflegeheimen,
Personen ab 80, Risikogruppen mit besonderen Expositionen, noch nicht abgeschlossen
o STIKO plant „living guideline“ und “living systematic review”, update z.B. alle 2 Wochen bzw. abhängig von Triggern (neue Impfstoffe, Indikationen, usw.)
– Diverse Punkte:
o Einführung/Verabreichung in BL: wöchentliche AGI TK hierzu mit BMG, PEI, BZgA, Diskussion zum Ort der Impfung, mehrheitlich werden Impfstellen präferiert, NRW will Impfung ins Regelsystem integrieren, ggf. in Apotheken und Einzelimpfdosen, es wird noch viel Diskussion geben
o Besorgung: BMG zuständig über EU Joint Procuremet, maximal 60 Lieferstandorte pro BL, läuft auch mit/über Bundeswehr und dann ist es Verantwortung der BL, Verteilung nach Bevölkerungsanteil, kein Extrakontingent für den Bund
o Es bestehen noch viele Unsicherheiten und Fragen zu Mengen, Personal, Dokumentation, Impfquoten, usw., aber alles soll zum 1. Januar bereit sein
o RKI ist zuständig für das Impfquoten Monitoring (FF: FG31
Leitung, technisch, FG33 inhaltlich)
o Impfakzeptanz: auch in COSMO beinhaltet, 53% der Bevölkerung würden sich impfen lassen, niedrigste
Akzeptanz bei HCW
, RKI plant zweiwöchentliche Surveys zu
Impfquote und -akzeptanz
o Kontakt-verhalten: KOMMI-projekt seit Mai, Modellierung,
Altersgruppen zu Hause, Schule, Arbeit Transport
Frage: Wirksamkeit bei >80-jährigen? Hierzu ist noch nichts
bekannt, soweit suggerieren die vorhandenen Daten eine relativ
gute Immunantwort
(auch in Modellierung), selbst bei Impfwirk-
samkeit von 20% werden viele Todesfälle vermieden

Aktuell gibt es noch keine Hinweise auf Krankheitsenhancement
durch COVID-19-Impfung

2020-11-06
Update Impfen (nur freitags)
Keine Folien: Viel Work in progress
– Impfsurveillance: Datenschutz über Bundesdruckerei überlegt,
aber sehr kurzfristig alles;
– Evaluation der Impfsicherheit in Diskussion mit dem PEI;
– Kommunikation erfolgt über eine kleine Steuerungsgruppe unter
Mitarbeit BMG, BZgA, FG33;
– STIKO Sitzung vom 04.-05.11.20: Gemeinsame Publikation mit
Leopoldina; STIKO Bereitet erste Impfempfehlung für Mitte Dez.
vor. Bekommen parallel von Herstellern Daten der Studien;
– Herzlichen Dank
– Anmerkungen: Wenn es möglich ist, Unterstützung über externe
Dienstleister einbinden (z.B. Bundesdruckerei oder Accenture);

2020-11-13
Update Impfen (nur freitags)
Impfung gegen COVID-19 (Folien hier)
– Studien zur Wirksamkeit erreichen Meilenstein beim mRNA
Impfstoff von BioNTech/Pfizer;
Bisher nur als Presseinformation (PM), um Inside Trading an der
Börse zu verhindern;

Valide Infos vom Hersteller in PM, kennen nicht die Daten im
Detail;

– Zum 15.12. soll Impfempfehlung von STIKO stehen;
– Mehrere Impfstoffe in der Pipeline: AstraZeneca hatte Schwierigkeiten; nach Öffnung kann Impfstoff bei 2-8 Grad im
Kühlschrank 5 Tage aufbewahrt werden
– Nächste Woche wird XXXX Systematic Review zu den Impfrisiko vorstellen;
– Impfung von Bewohnern in Pflegeheimen muss Vorort in den Heimen organisiert werden
– Eines der ersten Ziele, die erreicht werden ist es Todesfälle in den Risikogruppen reduzieren

2020-11-20
Kommunikation
BZgA
– Gemeinsame Kommunikationskampagne zur COVID-19 Impfung
o Seit geraumer Zeit Aktivitäten hierzu
o Plakate dazu sollen nächste Woche dem BMG vorliegen
o Begleitet durch Dachkampagne inkl. Social-Media-Aktivität
o Auch Vorbereitung Datenmanagement/Monitoring von Impfakzeptanz
o Master-FAQ-Sammlung wird auf Corona Website veröffentlicht
o Nach RKI Einverständnis auch Entwicklung fremdsprachlicher Versionen
o Hotline, Medien, Monitoren in regionaler Presse unterschiedlicher Organe, Telefonaktionen, um bestimmte Zielgruppen besser zu adressieren

2020-11-25
RKI-Strategie Fragen
a) Allgemein
– Diskussion: Impfungen und Implikationen für Empfehlungen, bspw. Maskenpflicht bei Personen mit Impfung.
– Maskenpflicht sollte auch für Geimpfte beibehalten werden, Priorisierung der Impfung erfolgt nach Risiko; an die (noch) nicht erfolgte Impfung darf keine Benachteiligung geknüpft sein, sterile Immunität nach Impfung nicht bewiesen, Maskenpflicht kollektive Maßnahme, senkt insgesamt die Krankheitslast auch für weitere resp. Erkrankungen, auch Impfeffektivität wurde unter den Bedingungen mit Maske gemessen, Infektionsdruck würde ganz anders sein, Kontrolle wäre auch nicht umsetzbar,
– Als Vorbereitung auf die zu erwartende Diskussion sollte ein Text vorbereitet werden,
– Erste Frage wird sein, ob Geimpfte hinsichtlich Quarantänepflichten mit Genesenen gleichgestellt werden können
– Längerfristig sollten Maßnahmen aber bei sinkender Inzidenz auch angepasst werden und dies sollte aus psychologischer Sicht auch kommuniziert werden,
– Dabei sollte auch die Motivation zum Impfen berücksichtigt werden und “Lichtblicke“ mitbedacht werden
– Impfen ist auch auf Populationsebene zu sehen, aber nicht für alle Menschen ist dies gleich bedeutend und verständlich

2020-11-27
Update Impfen (nur freitags)
Modellierung, Impfquotenerfassung (Folien hier)
FG33
Impfstoffentwicklung und Zulassung
o BioNTech-Pfizer wird als erster Impfstoff erwartet mit Zulassung möglicherweise bis 23.11.2020, dann Chargenprüfung und Auslieferung. Hohe Effektivität von 95%, auch in hohen Altersgruppen. Hohe Impfeffektivität für BioNTech Impfstoff wird Kommunikation vereinfachen.
o Moderna: advanced purchase agreement, bei EMA rolling
review eingereicht, unklar, ob es auf den deutschen Markt
kommen wird, deutscher Markt lt. Hersteller prioritärer
Markt in EU.
o AstraZeneca: Gesamteffektivität 70%, bei Unterkohorte mit
kleinerer Dosierung 90% Impfeffektivität (Zufallseffekt), unklar, welche Konsequenzen dies für die Produktion hat
(Stabilität des Impfstoffs?).
– Stand STIKO-Empfehlung: Der am 26.11.2020 in der STIKO AG
besprochene Entwurf soll in der STIKO-Sitzung nächste Woche zur Verabschiedung vorgelegt werden. Danach schließt sich ein ggf. verkürztes Stellungnahmeverfahren an. Alten-Pflegeheime werden zunächst priorisiert, dann die >80-Jährigen.
– Bei Annahme von 90%-iger Impfeffektivität, einer Inzidenz von
150/100.000 und einer Verfügbarkeit von 1,25 Mio. Impfdosen/Woche wurde der Impact verschiedener
Impfstrategien modelliert. Bei Priorisierung der >80-Jährigen
würde das Gesundheitssystem a.e. entlastet (weniger
Hospitalisierungen).
– Weitere Aktivitäten:
o Kommunikation: Mitarbeit im Steuerungskreis Impfkommunikation (inklusive Agenturen), Slogan „Wir krempeln die Ärmel hoch“, 40 Seiten FAQs zusammengestellt,
Erklärvideos und Handreichungen für niedergelassene Ärzte sind erstellt / werden finalisiert, Aufklärungsbögen und Einwilligungserklärungen sind in Vorbereitung (massiver Druck seitens der BL).
o Digitales Impfquoten-Monitoring: 2 Firmen beauftragt
(Accenture/Bundesdruckerei), Projekt erst seit 3 bis 4 Wochen am Start mit kurzer Frist bis Mitte Dezember.
o Surveys zu Impfquoten / Impfintention / Impfakzeptanz:
Datenschutzkonzept wurde eingereicht, Abstimmung im Steuerungskreis.
o Krankenhausbasierte Studie zur Impfeffektivität: Bewilligung liegt vor, in Kooperation mit PEI geplant.
Offene Fragen betreffen u.a. welche Maßnahmen für Geimpfte
weiter gelten („hilft gegen andere resp. Erreger“ weniger
sinnvoll, stattdessen Hinweis auf populationsbasierte
Maßnahme), ob auch diejenigen, die die Krankheit durchgemacht
haben, geimpft werden sollen, ob Riegelungsimpfungen bei
Ausbrüchen durchgeführt werden sollen.

Impfung hinterlässt möglicherweise stärkere Immunität als
durchgemachte Krankheit (Immunantwort durch mRNA-
Impfstoffe deutlich höher als bei milden COVID-19 Verläufen),
was an unterschiedlichen Indikatoren, u.a. neutralisierenden
Antikörpern, festgemacht wird.

o Zunächst sollen Impfzentren zum Einsatz kommen, später ist eine Überführung ins niedergelassene System geplant (wobei die Weiterführung der Impfquotenerfassung dort ggf. schwierig sein
wird).
o Ein großes Hindernis in der raschen Umsetzung ist die Verfügbarkeit des Personals für Impfzentren. Jedes BL hat eigene
Strategie mit unterschiedlich vielen Impfzentren und mobilen Teams. In BY findet eine Ausschreibung für Impfzentren für KV-Ärzte statt.
o Hinsichtlich der Impfquotenerfassung ist bekannt, dass einige
Bundesländer (z.B. BY und RP) Alternativen im Rahmen eines
Gesamtpakets suchen, in dem auch Einladungen und Impflogistik
erfolgen könnten.
o An der WHO-Allianz COVAX, die eine gerechte Verteilung der
Impfdosen weltweit als Ziel hat, beteiligt sich Deutschland nur
finanziell. Frankreich hat angestoßen, dass zusätzliche Impfdosen, die national nicht gebraucht werden, an COVAX abgegeben werden.


2020-12-04
Update Impfung (nur freitags)
– UK hat erste Zulassung eines Impfstoffes
– Biontech-Zulassung am 22.12. erwartet, ggf. früher
– Moderna Impfstoff, auch mRNA, am 12.01.2021 erwartet
– Astra Zeneca verschiebt sich, da weitere Daten gefordert wurden
– STIKO-Sitzung gestern, Beschluss geht Montag in Stellungnahme-
verfahren an Länder und Fachgesellschaften
– 1. Priorität für Impfungen
o Bewohnerschaft Altersheime
o Personen über 80
o Personal in Altersheimen und medizinisches Personal mit besonderen Tätigkeiten oder Einsatzorten (aerosolprodu-
zierende Vorgehen, Kontakt Risikogruppen)
Daten von Biontech (zu 48.000 TN) wurden STIKO vertraulich
durch BMG zur Verfügung gestellt
, in Bezug auf Sicherheit wie
erwartet gut

– Vorbereitung auf Umsetzung Impfen
o Biontech hat Tiefkühlschränke, die zur Verfügung gestellt
werden können
o Geimpften Personen sollen weiterhin Hygienemaßnahmen
einhalten
o Quarantänehandhabe wie bei Personen, die Erkrankung
durchgemacht haben
Immunität nach Impfung angenommen mindestens so gut wie nach durchgemachter Erkrankung
o Impfstoff in Emulsion aus Nanolipidartikeln eingebettet,
wahrscheinlich kein Haifischprodukt
o Nachweis über Impfung
o Wird gehandhabt wie bei jeder anderen geimpften Person auch, gelber Impfpass und Dokumentation
o Biontech plant Impfzentren Maschinen zur Verfügung zu stellen, die Aufkleber ausdrucken

„In Bezug auf Sicherheit, waren erwartet gut“. Nanu. Vergleiche die Zulassungsstudie, 6-Monatsauswertung, Beitrag hier. Demnach mehr Schaden als Nutzen.

2020-12-11
Update Impfen (nur freitags)
– Nach Veröffentlichung von interner Stellungnahme bezüglich Priorisierung in BILD-Zeitung erfolgte Flutwelle von Emails an FG33 mit hoher Arbeitsbelastung
– Impfstoff-Zulassung voraussichtlich Ende Dezember
– Erste Auslieferung Anfang Januar, ggf. erste Impfungen ab 04.01.2021, vorausgesetzt die Impfzentren sind bereit, zur Verfügung stehende Impfmengen sind jedoch niedriger als geplant
Allergische Reaktionen von HCW wurden vom PEI berichtet (2-3 Fälle in UK, dies wohl Personen mit heftigsten allerg. Reaktionen in Anamnese), Personen mit allerg. Prädisposition sollen nun hintenangestellt werden (Definition Prädisposition?)
Kontraindikationen sind prinzipiell noch nicht festgelegt, abschließende Bewertung der allergischen Vorfälle steht ebenfalls noch aus
– Hamburg schickt ein Team nach UK zur weiteren Aufarbeitung und wird danach informieren

2020-12-21
International
Neue Virusvariante UK
[..]

Da wäre ja zu diskutieren: An welcher Stelle mutiert? Und beeinflusst das die Neutralisierungsfähigkeit der Impfantikörper?

2020-12-21
Update Impfen (nur freitags)
Geimpfte und Infektionsschutzmaßnahmen (hier)
Diverse Anfragen zu: Wie soll mit Geimpften in Bezug auf andere Infektionsschutzmaßnahmen umgegangen werden?
In allen Altersgruppen liegt die Wirksamkeit der beiden zur Verfügung stehenden Impfstoffe deutlich über oder fast bei 90%.
Gute Daten in Bezug auf die Beeinflussung der Transmission liegen noch nicht vor, in nächsten 2-4 Monaten ist noch nichts Belastbares zu erwarten.

  1. MNB sowie Hygiene- oder Abstandsregeln:
    – AHA + L Regeln sind auch bei Geimpften weiterhin
    anzuwenden.
    – Verhalten bei Symptomen (5 Tage zuhause bleiben) sollte auch für Geimpfte gelten. Soll in zusätzlichem Satz erwähnt werden.
    – Unabhängig von COVID-19 sollte die Krankheitslast in der Bevölkerung gering gehalten werden.
  2. Quarantäne:
    – Geimpfte sollen wie bereits Erkrankte behandelt werden. [Genesene]
    – Gilt das erst ab 2 Impfdosen? Wie soll mit Reiserückkehrern und Einreisenden aus anderen Ländern umgegangen werden? Wie wird bei nicht von der EMA zugelassenen Impfstoffen verfahren?
    – Thema wird auf EU-Ebene diskutiert, ein Europäisches Impfregister mit Zertifikaten ist angedacht.
    – Reicht es, dass geimpfte Personen, wenn sie mit vulnerablen Gruppen arbeiten, nur Masken tragen und nicht in Quarantäne gehen, wenn sie KP1 geworden sind?
    2 Strategien möglich: abwarten und zunächst so empfehlen oder Testung zu 2 ZP (Tag 5 und 10), um Evidenz zu sammeln, evtl. zunächst im Rahmen einer Studie. So könnte man sich der Frage der Transmission nähern.
    Ein pragmatisches Vorgehen ist zu favorisieren, da das Verhängen einer Quarantäne trotz Impfung nicht kommunizierbar ist.
    – Einigung auf: Wenn die Immunisierung abgeschlossen ist, egal, wo die Impfung zugelassen wurde, werden Geimpfte genauso wie Personen mit natürlicher Erkrankung behandelt.
    – Vermutlich wird irgendwann die Diskussion kommen, ob 2 Impfungen notwendig sind.

  3. – Infektionsschutzmaßnahmen auf Bevölkerungseben
    In den nächsten Monaten gelten Infektionsschutz-maßnahmen weiter, da initial keinen hohen Impfquoten erreicht werden.
    – Es muss klar werden, dass es bei teilgeimpfter Bevölkerung zu einem Rebound-Effekt kommen kann.
    – Rebound Effekt sollte erläutert werden.

2020-12-30
Dokumente/weitere Empfehlung
Studien
zu geimpften versus genesenen KP1 (v.a. med. Personal)
Gesonderte Empfehlung zu dem Umgang mit geimpften KP1 bei
medizinischem Personal ggf. sinnvoll aufgrund dessen Kontakt zu vulnerablen Gruppen – davon ausgehend, dass die Impfung nicht vor Erregerübertragung schützt;
Papier zum KP-Management war hinsichtlich med. Personals bewusst nicht spezifiziert worden, jegliche Anpassungen des KP-
Management-Papiers gelten somit auch für med. Personal;
Im Dokument „Ergänzende Grundsätze der medizinischen Versorgung in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie“ (Federführung
FG37) findet sich ein Passus zum Umgang mit molekularbiol.
diagnostiziertem med. Personal nach durchgemachter Infektion
(Teilimmunität vorhanden, keine Quarantäne nötig, Selbstmoni-
toring, bei Auftreten erster Symptome Selbstisolation & Test);
– Überarbeitung dieses und des KP-Management-Dokuments hin-
sichtlich Impfung nötig, zumal dazu bereits Nachfragen, sollte
BMG zu Jahresbeginn vorgelegt werden mit Hinweis auf Ver-
öffentlichungsabsicht am Folgetag;
– Mögliche Optionen bei geimpftem med. Personal: Quarantäne-
verzicht wie bei Genesenen mit Diagnostik bei Auftreten von Symptomen (hier jedoch aufgrund der Impfung höchst unwahr-
scheinlich), Hinweis auf Personenschutz, Selbstmonitoring (auch
hinsichtlich allgemeinem Übertragungsmonitoring nach Impfung
sinnvoll), regelmäßige Tests;
Geimpfte Personen sollten wie Genesene behandelt werden, da
in beiden Fällen Erregerübertragung derzeit unklar (mit dem
Unterschied, dass die Wahrscheinlichkeit des Ausbleibens von
Symptomen bei Infektion von Geimpften höher als bei Reinfek-
tion von Genesenen);

Eine Empfehlung von Selbsttests bei geimpften Personen bzw.
geimpftem med. Personal daher derzeit nicht anzuraten, zumal
dies Impfbereitschaft senken könnte
(Anschein des Infrage-
stellens der Zuverlässigkeit der Impfung, wenngleich anderer
Hintergrund > die Übertragung, nicht Infektion);
Übertragungsverhinderung durch Impfungen generell ab 14
Tage nach zweiter Impfung sukzessiv abnehmend, jedoch dauer-
haft reduzierte Ausscheidung

– Maskenpflicht ist nach Impfung definitiv beizubehalten, da weiterhin Übertragungsrisiko.

2021-01-06
Kommunikation
BZgA
 Rückmeldung aus Bevölkerung: Impfen in stationären
Pflegeeinrichtungen scheint zu funktionieren, im ambulanten
Bereich gibt es Probleme bei der Terminvergabe.
– Rückmeldung von Kollegen aus Impfzentren: kein Mangel an
Ärzten, zum Teil Bedarf an unterstützenden Materialien, in
Einzelfällen wurden Impfdosen verworfen.

2021-01-06
Wird die Möglichkeit genutzt 6 statt 5 Impfdosen pro Einheit zu
verimpfen?
o Nach Kenntnis von
wird diese Möglichkeit
zunehmend genutzt.
o Keine Informationen dazu im Impfmonitoring.
Sehr unterschiedlich, wie mit verfügbaren Impfdosen
umgegangen wird: Zum Teil werden Impfdosen für die 2.
Impfungen vorgehalten, zum Teil wird alles verimpft und für die 2. Impfungen auf neue Lieferungen gewartet.

2021-01-06
o Es ist jedoch davon auszugehen, dass in Zukunft noch
weitere Varianten dazu kommen werden. Nur mit einer
Gesamtgenomanalyse können die Varianten entdeckt
werden. Eine Zunahme von Varianten durch Impfung ist zu
erwarten.

2021-01-06
Freistellung von Screenings für Geimpfte und Genesene?
Frage aus der AGI TK: Antigenscreening von med. Personal oder Berufspendlern ist kostenintensiv und aufwändig, können Genesene und Geimpfte freigestellt werden? Bitte um wissenschaftliche Einschätzung.
Screening-Empfehlungen sind Länderverordnungen, die nicht auf Basis von RKI-Empfehlungen beschlossen wurden.
Beim Verzicht auf Screening von Geimpften können Impfdurchbrüche nicht gefunden werden.
Vor einer Empfehlung muss zunächst eine Datenbasis
geschaffen werden. Deshalb sollte untersucht werden, ob das Virus auch nach Impfung noch ausgeschieden wird. wird sich dies bzgl. mit B-FAST in Verbindung setzen.

2021-01-06
Bewertung von positiver Reaktion in Screening Tests von
Geimpften
o Von mehreren Stellen wurde berichtet, dass direkt im
Anschluss an Impfung pos. Ergebnisse bei Antigen-
Schnelltests beobachtet wurden.

o Dies erscheint unwahrscheinlich. Da die Gerüchte aber im
Raum stehen, sollte ihnen nachgegangen werden. Ist sehr
einfach zu untersuchen: bei nicht exponiertem Setting, vor
und unmittelbar nach Impfung,
Ethikantrag erforderlich.

2021-01-08
SARS-CoV-2-Varianten
o GB VOC 202012/01 Variante
– 3-facher Anstieg der 14-Tage-Melderate
Viele genetische Veränderungen, besonders im Spike
Protein

– Variante führt nicht zu schwereren Verläufen und höherer Fallsterblichkeit, aber zu höherer Übertragbarkeit
– 43 Länder (viele in EU) haben Fälle gemeldet
– In GB starke Maßnahmen, fast 80% der Bevölkerung ist ans Haus gebunden
o Südafrika 501Y.V2 Variante
– Entdeckt durch Routinesurveillance
– Schnelle Verbreitung
– Hat sich seit Anfang November schnell zu dominanter Linie entwickelt, >90% der Sequenzen
– In 11 Ländern außer Südafrika identifiziert
o Variante wurde jetzt auch durch KL in Probe aus BW identifiziert, 6-jähriger Reiserückkehrer
– Tokyo ist im Lockdown, gibt es die südafrikanische Variante auch in Japan? Und in China? Keine Info zu China, Japan Info geht an Verteiler Krisenstab
o Es wird immer mehr und neue Varianten geben: molekulare
Surveillance ist sehr wichtig, Deutschland sollte sich nicht
auf bekannte/von anderen identifizierte beschränken, sondern auch selbstständig neue Genomsequenzen identifizieren

2021-01-08
Impfstoffe Afrika
Viele afrikanische Länder haben Probleme, an Impfstoff zu kommen, sollte das RKI eine Stellungnahme vorbereiten?
ZIG hat gestern die Vorbereitung eines Briefs besprochen,
Es gab bereits Anfragen von Partnern Deutschland steht nicht wirklich hinter der COVAX Initiative ZIG hatte einen Austausch auf Arbeitsebene mit BMG: BMG plant nichts zu tun, RKI Brief an BMG wird vorbereitet, zwei Argumentationslinien:
1. Wichtigkeit sozialer Gleichheit – Fragen werden immer
wieder kommen, Vorschläge zum Umgang damit in RKI-
Projekten
2. Brief gemeinsam mit Partnern zur Veröffentlichung –
europäische Wissenschaftler äußern sich zum Ausrollen des
Impfstoffs in unseren aber nicht in Partnerländern ZIG-Entwurf wird demnächst Leitung vorgelegt

2021-01-08
Impfungen: >400.000 durchgeführt mit der 1. Dosis

20201-01-08
Update Impfung (nur freitags)
Generelles Update
– Impfstoffe
o Heute aktualisiert STIKO ihre Empfehlung: neu zugelassener Moderna Impfstoff geht ab Dienstag in die BL
o Diskussion in Medien zu 1., 2. Dosis und Impfintervall, Empfehlungen bleiben dieselben
o Aufklärungsmaterialen in Impfzentren müssen bzgl. Moderna Impfstoff aktualisiert werden
o Astra Zeneca nächster Kandidat in der Reihe  Im Februar soll Beschluss genommen werden
Kein Selbstläufer wie die anderen da Impfstoff weniger perfekt ist
– Einsatz muss diskutiert werden
– Möglicherweise Beschränkungen da Daten für ältere Personen sehr begrenzt sind
– Viele Anfragen zum Impfen in Seniorenheimen: manche impfen
nicht, wenn es 1 Fall gibt
– FG33 & FG37 haben Empfehlungen entwickelt: es soll in jedem Fall geimpft werden, da selbst 1 Dosis positiven Effekt hat
– Antigentests nach Impfung
o Bei manchen Geimpften sind Antigentests 2-3 Tage nach Impfung positiv
o FAQ werden hierzu ergänzt und sind in Abstimmung
o Muss gut beobachtet werden: Impfstoff ist reaktogen und allgemeine Symptomatik ist teilweise zu erwarten, wenn Personen dann getestet werden, ist positiver Antigentest schwer zu interpretieren
o XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
o Antigentest Nachweis beruht auch auf N-Protein (z.B. Roche)
o Die meisten Antikörpertests zielen auf S-Protein ab, Antigentests häufiger auf N-Protein, da es reichlicher vorhanden ist
o Klärung, welche Antigentests bei den Geimpften verwendet wurden
o Unterstützung von ZBS1/FG17 zu Antigentests Impfquotenmonitoring
o Läuft und ist auf gutem Weg
o Nicht einfach, alle BL an Bord zu haben, Schnittstellen kommen, BY haben eigene Sachen gemacht
o Dashboard im Auftrag des BMG befindet sich in Entwicklung
Verschiedene Studien sind geplant, hinzuzufügen ist Umgang mit neuen Varianten, z.B. bei Impfdurchbrüchen – Präs soll informiert werden wegen anstehendem Townhall Meeting Impfstoff Wirksamkeit gegen neue Varianten, gibt es hier Neuigkeiten zu Neutralisationstests? Wann wird dies vorliegen?
o Impfwirksamkeit hat erhebliche Folgen auf Präventions-
strategie
o Vorgestern HSC Web Seminar mit EMA, usw.: bis Ende dieser Woche werden von GB erste Ergebnisse von Neutralisierungstests erwartet
o Auch Impfstoffhersteller sollen hierzu Ergebnisse liefern
o Hoffentlich nächste Woche Hinweise hierzu
o Grundsätzlich wird nicht davon ausgegangen, dass
Wirksamkeit sehr viel anders/niedriger ist (es wird eine
breite poliklonale Antwort angestoßen)

o Bei südafrikanischer Variante sind die Bedenken größer als
bei der GB Variante, hierzu gibt es keine Informationen
o 6 Wochen sind zur Impfstoffanpassung notwendig, dann
Produktion

o Zulassungstechnisch/regulatorisch sollte Anpassung der
Sequenzen kein Problem sein
o Virusanzüchtung ist nicht so leicht, bisher hat RKI keine
Proben erhalten um Bemühungen zu unterstützen
o Bei Impfdurchbruchstudien bitte mit einplanen, dass Virus
hier erhalten wird
o FG33 heute TK mit Charité: dort werden MA geimpft, dann
ist auch longterm Follow-up auf Impfdurchbrüche und
asymptomatische Infektionen geplant, inklusive
wöchentlicher Testung

„Es wird eine breite poliklonale Antwort angestoßen“. Oh. Entweder eine Lüge, schlecht informiert oder die impfkritische Debatte war schlecht informiert. Dort war ein Argument, dass der Impfschutz deshalb von neuen Varianten recht schnell unterlaufen werden wird, weil weltweit alle Geimpften Antikörper nur gegen ein Element von Sars-Cov-II, das Wuhan-Spike, bilden.

2021-01-08
Evidenzlage
o Impfstoffwirkung ist noch nicht bekannt
o Dauer des Schutzes ist ebenfalls unbekannt
o Evidenz ist aktuell nicht genügend bezüglich Reinfektion
und Ausscheidung (für Genesene und Geimpfte)
o Es sind keine Ausbrüche bekannt, die von Reinfizierten ausgehen, diese scheinen nicht den gleichen Beitrag zur Gesamtausbreitung zu haben wie Erstinfizierte

– Wir müssen noch Erfahrungen mit Geimpften sammeln

2021-01-08
Herdenimmunität
o Vertrauen wir bei Impfung nur auf individuellen Schutz vor
schwerer Erkrankung?
o Verabschieden wir uns vom Narrativ der Herdenimmunität
durch Impfung?

o Verhinderung von Infektionen: bei mRNA-Impfstoffen nur
Daten aus Tierversuchen, bei Astra Zeneca beim Menschen
nicht ausreichend, Konfidenzintervall zu groß -> nicht
interpretierbar

o Es wird vermutet, dass Impfung einen Herdeneffekt hat
o Konkrete Anzahl der zu Impfenden zum Erreichen der Herdenimmunität hängt von diversen Faktoren ab:
Infektionsverteilung in der Bevölkerung, R-Wert, Impfeffektivität, Altersgruppen, usw.
o In Manaus (BR) wurden in der 1. Welle ~67% der Bevölkerung infiziert, dort wird jetzt eine schwere 2. Welle beobachtet (hier)
Diverse Punkte
o Bei Infektionen gibt es eine Heterogenität der Folgen
o Es ist unmöglich, vorherzusagen ob Infektion glimpflich abläuft, jeder erkrankte hat einen Vorteil durch die Impfung
o Impfstoff-Heterogenität macht Situation schwieriger, es gibt
noch weniger Information und Daten
o Dritter Impfstoff ist weniger gut -> erschwert Situation
o Probleme mit Impfcompliance: Sonderstatus ist möglicher Impfanreiz, wenn dieser wegfällt ist Compliance eventuell noch schlechter
o BMG steht Möglichkeit einer Differenzierung der VO nach
Impfstoff offen gegenüber, dann müsste RKI aber wieder
eine Liste als Referenz bereitstellen und die Labornachweise
müssten Infos zum Impfstoff enthalten
Fazit
o Es gibt keine Evidenz, dass einmal Genesene wesentlich zur
Transmission beitragen, Quarantänepflichtausnahme kann
für diese bestehen bleiben
o Das gleiche für Geimpfte zu behaupten ist nicht möglich,
diese sollten weiterhin keinen Sonderstatus erhalten

o Testpflichtausnahme weder für Geimpfte noch für Genesene
o Kommunikation erneut ganz wichtig

@Compliance: Wir reden über eine vorhandene Compliance im oberen zweistelligen Prozentbereich!?! (2021-02-17) Wenn das nicht reicht, dann bedeutet das doch, die Impfstoffe sind entweder Schrott, oder mit ihnen wird ein anderes Ziel verfolgt, oder? – Vielleicht wurde hier aber auch von einer geringeren Compliance ausgegangen.

2021-01-11
Zum Ausbruchsgeschehen nach der Impfaktion in einem
Kieler Pflegeheim
:
o Es konnte telefonisch geklärt werden, dass die initiale Meldung durch das GA, dass von 162 Personen (151 Bewohner, 71 Mitarbeiter) 162 positiv getestet wurden waren, auf einem
Missverständnis beruhte. Es handelt sich jedoch um einen extrem schnell verlaufenden Ausbruch.
o Am 24.12.2020 waren 14/20 Bewohnern einer Demenzstation positiv getestet, die nicht geimpft wurden. Am 28.12. 2020 wurde in den anderen Wohnbereichen geimpft (90% der Bewohner, 20
von 71 Mitarbeitern). Am 04.01.2021 wurden im Wohnbereich 2 34 von 41 getesteten Personen positiv getestet (PCR).
o Verbreitung durch das Impfteam ist unwahrscheinlich, da die Mitglieder vorher mittels Antigen-Schnelltests getestet waren, aber nicht ausgeschlossen.
o Ausbrüche sind derzeit in etwa 800 Pflegeheimen zu verzeichnen, grundsätzlich ist die Situation diesbezüglich dramatisch
o Vorschlag: Könnte hier eine fundierte Ausbruchsuntersuchung/Studie durchgeführt werden, um Daten zur Viruslast und zur Wirkung der Impfung zu erheben?
Antwort: XXXX und XXXX
leiten das Team: Der datensichere Informationsaustausch wurde bereits initiiert, Fragestellungen sind formuliert, auch ein Besuch
vor Ort ist möglich.

Nun ist ja bekannt, dass in der ersten Zeit nach der Impfung die weißen Blutkörperchen bei Geimpften stark abnehmen und sich ersteinmal wieder erholen müssen. Das sieht doch stark danach aus, dass das hier eine Rolle gespielt hat. Bleibt die Frage, ob diese Info zur damaligen Zeit im RKI hätte präsent sein müssen. Breit rumgesprochen hat es sich glaube ich erst April 2022. Pfizer hat den Sachverhalt allerdings schon in den Zulassungsunterlagen für die FDA im Mai 2021 dargelegt: „Klinische Laborauswertungen zeigten eine vorübergehende Abnahme der Lymphozyten, die in allen Alters- und Dosisgruppen nach Dosis 1 beobachtet wurde, die sich innerhalb von etwa einer Woche zurückbildete, nicht mit anderen klinischen Folgen verbunden war und als klinisch nicht relevant angesehen wurde.„, auf tkp.at
Und die Info sollte auch zu den Informationen zur Impfung. War sie aber meines Wissens nach nicht.

2021-01-13
Impfmonitoring: 688.782 (+60.858) geimpfte Personen

2021-01-13
Kommunikation
BZgA
Wäre es eine Möglichkeit jedem Haushalt eine Broschüre zum Impfen zuzuschicken? Ist im Moment nicht angedacht, da sehr
heterogene Adressatenlage und auch noch nicht genug Impfstoff
für alle. Gezieltere Ansprache, z.B. von Pflegepersonal oder
älteren Menschen scheint sinnvoller.

2021-01-13
Dokumente
Der Kreis der betroffenen Länder wird sich bald ausweiten, es gibt bereits eine weitere Variante aus Brasilien. –

2021-01-15
Dokumente
o Maßnahmen bei Geimpften und Rekonvaleszenten [Genesene] sowie Reinfektionen:
Zunehmende Infektionszahlen in der Bevölkerung werfen die Frage nach Maßnahmen nach Kontakt zu einem Fall von Genesenen oder Geimpften. Das Ergebnis der vorhergehenden Diskussion ist noch unklar geblieben. Geimpfte sollten weiterhin in Quarantäne bei engem Kontakt. Dazu wurde ein Bericht von erstellt.

2021-01-20
Impfmonitoring: 1.195.429 geimpfte Personen insgesamt,
seit Vortag + 49.289 erste Impfung; + 13.252 zweite
Impfung;

2021-01-22
Internationales (nur freitags)
– Evidence on the topic of SARS-COV-2 reinfection (Review), Folien hier:
o Anlass: unterschiedlichen KP-Management-Empfehlungen für Genesene versus Geimpfte
o 73-jähriger starb letzte Woche in Ba-Wü nach Re-Infektion
– Google Scholar für Literaturrecherche benutzt, ca. 120 Dokumente gefunden, u.a. case report, observational studies und reviews
o Bestätigte Re-Infektionen sind rar, Sequenzierung wird selten durchgeführt um zu differenzieren zwischen erster und
zweiter Episode
o Re-positive Testergebnisse sind keine Seltenheit, auch mit schweren Verläufen einhergehend
o Limited evidence für Infektiosität und contact tracing von Re-Positiven Diskussion:
– Diesbezüglich aktuell publizierte Studie aus UK:
HCW-Studie mit 82% Schutz nach primärer Infektion
– Vorschlag: Perspektivisch gleiche Behandlung im KP-Management von Genesenen und Geimpften, aktuell sollte überlegt werden, ob beide in Quarantäne gehen, wenn sie KP1 sind Datenlage
o Datenlage von Genesenen und Geimpften ist ähnlich, lässt eine Unterscheidung im KP-Management ggf. nicht weiterhin zu
o Datenlage unklar, insbesondere was Transmissionsketten, die von Re-Infektionen ausgehen angeht, auch unter dem Aspekt der
neuen Varianten, koreanische Studie gibt keinen Anhalt für Transmissionen durch Re-Infizierte
o Verhältnismäßigkeit zwischen unklarer Datenlage und Konsequenzen für Kontaktpersonen?? Langzeitperspektive?
o Ggf. Modifizierung des KP-Managements wenn weitere Daten zu Impfstoffen und Transmissionen nach erfolgter Impfung
vorliegen, bei Astra Zeneca gibt es Hinweise, dass es asymptomatische Infektionen gibt nach Impfung (also womöglich auch Virusausscheidung?), bei den mRNA-Impfstoffen gibt es bisher keine Daten dazuRe-Infektionen:
o Re-Infektion nach Studienlage bei 13-18% (ohne Sequenzierung, nur pos. Testergebnis)
o Wird die Wahrscheinlichkeit von Re-Infektionen mit weiteren Mutationen steigen und sollten Genese, wenn sie KP1 sind daher
in Quarantäne gehen?
o Welche Rolle spielen neue Varianten bei Re-Infektionen?
Genesene vs. Geimpfte:
o Geimpfte sind prinzipiell homogener als Genesene, da es bei Genesenen deutlichere Unterschiede in Immunreaktion gibt
o Andere Länder handhaben Genesene und Geimpfte gleich im Gegensatz zu uns
o Ggf. individuelle Handhabung (z.B. HCW mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen)??
Aktuelle Situation in Deutschland:
o Krankheitslast ist weiterhin hoch und auch Genese nehmen zu
o Entlastung des Gesundheitssystems als Ziel und Vermeidung von schweren Erkrankungen
o Re-Infektion ist nicht klar definiert, mögliche Re-Infektionen werden teilweise in SurvNet dargestellt
o Zeitraum muss definiert werden für Immunität für Genese
o Bericht aus NRW: 3/5 Fällen mit Re-Infektion, auch symptomatische Verläufe bei Re-Infektion
o Wichtig wäre keine Aufweichung der Maßnahmen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, Schutz der Patienten steht im
Vordergrund
o Zudem auch einheitliche, einfache KP-Empfehlungen wichtig, unabhängig von Sequenzierungsempfehlungen

2021-01-22
Datenlage
Ggf. Modifizierung des KP-Managements wenn weitere Daten zu Impfstoffen und Transmissionen nach erfolgter Impfung
vorliegen, bei Astra Zeneca gibt es Hinweise, dass es asymptomatische Infektionen gibt nach Impfung (also womöglich auch Virusausscheidung?), bei den mRNA-Impfstoffen gibt es bisher keine Daten dazu

2021-01-22
Update Impfen (nur freitags)
Astra Zeneca EMA-Zulassung ggf. Ende nächster Woche, 50 Mio. für Dtld. vorbestellt für nächsten 2 Quartale
– STIKO sieht Wirksamkeit im höheren Alter als Problem, ggf. keine Empfehlung für Personen > 60 LJ., Impfempfehlung noch ausstehend
viele praktische Anfragen zu Impfungen (Impfungen von Genesenen, neue Varianten etc.),
– Leitfaden für Pflegekräfte mit Fokus auf Impfung geplant
– Aktualisierung der Impfverordnung in Vorbereitung
Hinweise zu Problemen bezgl. Protektion gegenüber
brasilianischer Variante, UK Variante eher kein Problem

– Akzeptanz in der Bevölkerung von Astra Zeneca bei schlechterem Schutz fraglich, Problem des 2-Klassen-Impfschutzes & Kommunikationsproblem

2021-01-25
Empfehlungen für Pflegeheime nach abgeschlossener Impfung: Wann kann hier eine fertige Empfehlung geliefert werden?
– Derzeitiger Stand: es sind keine Änderungen der geltenden Empfehlungen geplant, da weniger als 100% der Bewohner und MA geimpft sind. Zudem liegen nicht ausreichend Daten zum verhalten der VOC nach Impfung vor
ToDo: Diesbezügliche Stellungnahme mit bis 25.01.2021 Dienstschluss formulieren

2021-01-29
SARS-CoV-2 Varianten: VOC 202012/01 (Linie B.1.1.7)
o Nachweis in 70 Ländern, allen WHO Regionen, neu in Litauen
o Trotzdem rückläufige 7-Tages-Inzidenz, z.B. in Irland -40%
o Risikogebiete für UK-Variante: UK, Irland und Portugal unter Beobachtung: Dänemark, Frankreich, Schweiz, Tschechien, Israel und weitere SARS-CoV-2 Varianten: 501Y.V2 (Linie B1.351)
o in 31 Ländern und in 5 von 6 WHO-Regionen nachgewiesen,
erstmals Nachweis in den USA, in South Carolina, kein Link
zu Südafrika
o Risikogebiete für südafrikanische Variante: Südafrika, Eswatini, Lesotho unter Beobachtung: Länder in (Süd)-Afrika SARS-CoV-2 Varianten: P1. Variante (Linie B1.128.1)
o P1 Variante: in mind. 8 Ländern
o v.a in Brasilien sind Todesfälle stark angestiegen, im Januar
85% dieser Variante zuzuordnen, insbes. im Amazonasgebiet anhaltende Transmission, Reinfektionen: In Manaus ging man nach erster Welle von Herdenimmunität aus

2021-01-29
Update Impfen (nur freitags)
– Die Impfquoten steigen an, wenn auch nicht so wie erhofft, 2,2
Mio Impfdosen stehen zur Verfügung
– Vorbereitung der STIKO-Empfehlungen, 2. Aktualisierung,
mehrere Aspekte wurden beleuchtet
– Inhalt der Empfehlung für AstraZeneca Impfstoff wurde an
Presse durchgestochen, politische Dimension, STIKO empfiehlt
Impfstoff nur für <65-Jährige, da bei >65-Jährigen fehlende
Evidenz, sehr weite Konfidenzintervalle, zu unsicher, da zwei
hochwirksame RNA-Impfstoffe zur Verfügung stehen, Abfall der
NT-Titer ab 65 Jahre deutlich
– EMA bearbeitet gleichzeitig die Zulassung für die EU,
wahrscheinlich wird in EMA-Empfehlung die Altersgrenze nach
oben offen gelassen, aber ggf. mit Warnhinweisen versehen, dass
bei >55-Jährigen die Evidenz unzureichend ist.
– Thema in Bezug auf Kommunikation schwierig, viel
Informationsbedürfnis, auch internationales Interesse am
Austausch, z.B. von EMA und ECDC
– Weiterhin Erstellung der Aufklärungsbögen in Abstimmung mit
PEI, damit vorhanden wenn nächste Woche der Impfstoff
verfügbar
– Begleitkommunikation wird vorbereitet, Wirksamkeit mit 70%
signifikant niedriger, mit Impfstoff wird v.a. Gesundheits- und
Pflegepersonal geimpft

– viele zusätzliche Fragen: Erst AstraZeneca Impfstoff und später
RNA-Impfstoff wenn der für alle verfügbar ist?
Beratung im Steuerungskreis Impfkommunikation am BMG,
Implementierung in Impfverordnung und Strategie
STIKO-Bewertung auf Grundlage der im November
eingereichten, öffentlichen Daten, weitere Daten inzwischen
verfügbar, aber nicht öffentlich
, Studien sehr komplex, Datenlage
für 55-65-Jährige kann nicht mit in STIKO-Empfehlung
aufgenommen werden, steht zudem kurz vor Veröffentlichung
FAQs werden vorbereitet, können flexibel angepasst werden
– STIKO-Empfehlung lebendes Dokument, ggf. Zeithorizont nennen
wann erneute Anpassung erwartet wird
– In Kürze neue Daten verfügbar, aber werden Empfehlung nicht
ändern;
– Ende Februar wahrscheinlich Johnson&Johnson Impfstoff, ebenfalls Vektorimpfstoff, dann muss STIKO-Empfehlung wieder angepasst werden.
– Problematik der Deutung als 2-Klassen-Impfstoff, Vergleiche zu
anderen Impfstoffen schwierig, besser Argumentation: jetzt
Schutz mit 70% vs. potentielle Exposition und danach Impfstoff
mit höherer Wirksamkeit
Diskussion in Wissenschaft zur Auffrischimpfung, jetzt Vektor-
und dann Auffrischung mit RNA-Impfstoff

Stefan Homburg hat eine schöne Zusammenstellung, wie das Kommunikationsproblem angegangen worden ist (The Abyss – seven shoking rki-files, youtube.de): Politiker haben sich Reihenweise im Namen Astra Seneca pieksen lassen: Merkel und Scholz (aerzteblatt.de), Steinmeier (bundespraesident.de), Spahn (aerzteblatt.de), Lauterbach (spiegel.de)

2021-02-05
Update
Impfen (nur freitags)
FG33
– In Altersheimen derzeit insgesamt ca. 620.000 Impfdosen verabreicht, somit ca. 60 % dieser Personengruppe mit mind.
erster Dosis geimpft
– Erste Daten aus Israel: nach erster Dosis bis Tag 14 kein signifikanter Effekt, danach starker Anstieg auf bis zu 90 %
Zeitverzug bis zum „Wirkungseintritt“ kann Berichte von
Ausbrüchen im Anschluss an eine Impfung erklären
– Neue Phase-3-Studien auch zu Sputnik V publiziert: heterologer
prime-boost-Impfstoff mit zwei verschiedenen Vektoren, zeigt
gute Ergebnisse
– Studien zu Novavax und J&J-Impfstoffen noch nicht peer-
reviewed
– STIKO wird im Anschluss an die Empfehlung zum Astra Zeneca-
Impfstoff eine Empfehlung für den J&J-Impfstoff vorbereiten
– Aktuell viele Anfragen zur Empfehlung des Astra Zeneca-
Impfstoffes: FAQ dazu wird erstellt, Kommunikation des BMG
sollte jedoch etwas gebremst werden, da bei diesem Impfstoff
durchaus gewisse Unterschiede vorliegen
– FG 33 wurde in Literaturscreening zu Wirksamkeit der Impfstoffe hinsichtlich VOC miteinbezogen, FAQs werden dazu erstellt, ggf. mit anderen FGs abzustimmen Publikation zu Astra Zeneca-Impfstoff von letzter Woche:
Schwierigkeit der Interpretation der nicht ganz optimal durchgeführten Studie
– Astra Zeneca: Effekt auf asymptomatische Situation in nur 10 %
der Fälle -> im Trial wurde aber Gesamtprositivenrate auf 50 %
reduziert -> Effekt auf Transmission, Effekt der Verhinderung
schwerer Verläufe -> es sollte nicht nur die asymptomatische
Situation als Bewertungskriterium herangezogen werden
Umgang mit Genesenen hinsichtlich Impfung:
o AG-Test im Vorfeld laut Modellierungen zu aufwendig und
Ressourcen-verbrauchend
o Laut STIKO Erhebung des Serostatus und des Ausschlusses
einer asymptomatischen Situation nicht erforderlich
o STIKO sieht keine Sicherheitsbedenken der Impfung von
Genesenen

o 6-Monats-Frist begründet sich darauf, dass zuvor keine
Notwendigkeit einer Impfung besteht und vermieden
werden sollte, bspw. 2-3 Tage nach schwerem Verlauf zu
impfen (wie auch bei anderen Impfungen)
– Sputnik V
o Bewertung der Daten UND Bewertung der Validität der Daten relevant, jedoch ist mit ausführlichen Postmarketingstudien zu rechnen, entsprechend sollte man zunächst von der Validität der Daten ausgehen
o Impfstoff-Studienergebnisse werden derzeit von der EMA
bewertet
o Derzeit unbekannt, ob Sputnik V auf den deutschen Markt
kommen soll
o Heterologer prime-boost-Impfstoff: zwei verschiedene
Adenoviren bei erster und zweiter Impfung verwendet, um
Bildung antivektorialer AK (wie bei homologen Impfstoffen
ggf. möglich) zu umgehen, daher möglicherweise in
Kombination mit anderen Impfstoffen sinnvoll einsetzbar

2021-02-08
RKI-Strategie Fragen
Allgemein
Soll weiterhin die getrennte Versorgung von mit unterschiedlichen Varianten infizierten Patienten im KH empfohlen werden?
o KH möchten auf die getrennte Versorgung verzichten.
o Es ist unwahrscheinlich, dass das Zirkulieren der Variante B.1.1.7 verhindert werden kann. Bei den Varianten B1.351 und P1 wäre das Verhindern einer weiten Ausbreitung im Land wegen der geringeren Wirksamkeit der Impfung erstrebenswert.

2021-02-10
Kommunikation
BZgA
Seit 4 Wochen läuft die Kampagne „Deutschland krempelt die
Ärmel hoch“. Die Wirksamkeit wurde geprüft, folgende Meldungen gingen von den beauftragten Agenturen ein
o Radiospots: Reichweite in der Bevölkerung 58%
o Fernsehspots: Reichweite in der Bevölkerung 78%
o Aufrufe der Webseite zum Thema Impfen 1.000.000
o Gesamtreichweite in der Bev.: 66%
o Impressions (Social Media) 70.000.000, dies ist in
– Anbetracht des Budgets eine gute Quote. Es gibt Überlegungen eine FAQ zu entwickeln zur Thematik Südafrika/VOC/Abbruch der Impfung mit AstraZeneca Impfstoff
– BZgA und RKI wurden durch den Steuerungskreis aufgefordert,
eine Broschüre zu Covid-19 und Impfung (entsprechend der Broschüre mit Hintergrundinformationen zu Influenza und
Impfung) zur Auslage in Arztpraxen und Apotheken zu entwickeln, dies ist in Bearbeitung

2021-02-10
Diskussion
Geringe AstraZeneca-Wirksamkeit ist erklärbar durch den Vektor (Immunität gegen Schimpansen-Virus), Sputnik mit Adenovirus-Vektor umgeht das

2021-02-12
Aktuelle Risikobewertung
Textanpassung zum Thema „Impfung“
Aufgrund der voranschreitenden Impfungen wird die Risikobewertung angepasst und um Textabschnitte zum Thema ergänzt.
– Einfluss der Impfungen auf Todesfälle und Fälle auf Intensiv erwartet
– Hinweis auf Wirksamkeit der Impfstoffe für Varianten eingefügt
– Textabschnitt zu Hinweisen auf Verringerung der Übertragbarkeit durch Impfung eingefügt, Daten dazu aus Israel vorhanden
– Änderung der generellen Aussage zu Risiko der Bevölkerung in ca. 2 Wochen, wenn mehr Personen geimpft sind und mehr Klarheit über neue Varianten
– Sprachregelung zur zurückgehenden 7-Tages-Inzidenz und dem Effekt der Impfungen? In Alters- und Pflegeheimen 60% erste Impfung, ansonsten 25% der Älteren erste Impfung. Derzeit noch zu früh, vorsichtig formulieren, weniger Ausbrüche in Altenheimen, kann
nicht quantifiziert werden, v.a. durch insgesamt zurückgehende Fallzahlen. Erst klare Aussage, wenn durch Daten zu belegen.

2021-02-12
Update
Impfen (nur freitags)
Daten zur Wirksamkeit:
o Daten aus Israel zeigen, dass Biontech ähnlich gute Wirksamkeit hat wie in Zulassungsstudien
o Daten zu Astra-Zeneca Impfstoff aus Südafrika: nur noch 10% Wirksamkeit bei B1.351-Variante, allerdings milde Erkrankung als Endpunkte
o Daten zu Johnson & Johnson-Impfstoff, ebenfalls in Südafrika, mehr Power, auch schwere Erkrankung als Endpunkte – dort Wirksamkeit bei moderaten und milden Fällen niedriger, aber Wirksamkeit bei schweren Fällen erhalten, 85% Wirksamkeit bezüglich schwerer Erkrankungen
– Anpassung der Vakzine an Varianten:
o Alle Hersteller arbeiten an Anpassung der Vakzine,
möglicherweise im Rahmen der Booster-Impfung Impfstoff
mit neuen Varianten
o GSK hat Kooperation mit Curevac – Multivarianten-Impfstoff, Launch 2022
Analysen zu Impfdurchbrüchen:
o FG33 schaut sich IfSG-Meldungen zu Impfdurchbrüchen systematisch an, bisher 9000 Fälle, mit einer Impfung und 4
Fälle mit Zweifach-Impfung, Zusatzfragebogen etabliert, in
EpiLag vorgestellt, u.a. bei Impfdurchbrüchen auch Probe an
ZBS zur Sequenzierung
Weitere Infos:
o Ein gutes Korrelat für die Protektion fehlt, bisher NT genutzt
o Übergang von Impfzentren zu Regelsystem, Problem der
Erfassung der Impfung in Praxen, ggf. Schwerpunkt-
Impfpraxen, die an DIM angeschlossen werden, oder
Möglichkeit der Meldung über KV-System. Noch in
Diskussion.
Vorschlag in seroepidemiologischen Studien zwischen Impfung
und Erkrankung zu unterscheiden
o Gelder zur Verlängerung der Studien erhalten
o Forschungsfragen müssen angepasst werden, Punkt wird
aufgenommen

„Arbeiten an Anpassung der Vakzine“ – nach 5 Wochen im Einsatz.

2021-02-17
Kommunikation
BZgA
Impfbereitschaft in der Bevölkerung und beim Gesundheits-
personal liegt bei ca. 75%.

– Akzeptanz von Impfstoffen ist bei AstraZeneca am geringsten, am
höchsten bei Biontech.
[…]
o Game Changer ist Impfangebot für alle Impfwilligen. Es wäre für die Bevölkerung hilfreich zu wissen, wann welche Altersgruppe mit einem Impfangebot rechnen kann.
– Es ist schwierig, diese Info verlässlich aus den BL zu erhalten.

2021-02-17
Kommentar: Israel sollte gut beobachtet werden, durch hohe
Durchimpfungsrate dort vermehrt Virus in jüngeren Gruppen, dies ist interessant für Deutschland

2021-02-17
Impfstrategie
– BMG Spahn hat heute Sonder-GMK am Dienstag angekündigt
– Als nächstes sollen LehrerInnen priorisiert werden
– Entspricht nicht der STIKO-Empfehlung

2021-02-17
Update Impfung (nur freitags)
Aktuell 3 Themen im Fokus
– Impfung Astra Zeneca Vakzine
o 800.000 Dosen verfügbar
o Medien berichten vermehrt Nebenwirkungen (NW), dies ist
nicht ganz überraschend, NW-Profil ist bekannt

o Es werden mehr jüngere Erwachsene geimpft, diese sind
häufig reaktogener als ältere Menschen
o Wird außerdem medial aufgebauscht, da das Vertrauen in
diesen Impfstoff niedriger ist
o Problem soll überregional in Medien adressiert werden
o RKI bereitet auch Blatt zur Vakzine online vor
– Neue Evidenz
o Publikation aus Israel: 85% Inzidenzreduktion nach 1. Dose
o Daten zeigen, dass bei Geimpften nur gelegentlich noch
Infektionen vorkommen
o Deutliche Reduzierung der Dauer des Sheddings (1 Woche)
o Viruslast signifikant niedriger
o Geimpfte ähnlich gut geschützt vor Reinfektion wie nach
durchgemachter Erkrankung

o US CDC hat gerade Bestimmungen geändert: Geimpfte
müssen nicht mehr in Quarantäne, zu überlegen, wie viele
Daten RKI benötigt um solcherart Entscheidungen zu treffen, Evidenz wird werden beobachtet
– Anpassung Impfstrategie
o Überlegung zur Impfung von Gruppen, die nicht STIKO-Empfehlung entsprechen
o Massenimpfung ab Mitte des 2. Quartals, ca. 70 Mio. Impfdosen vorgesehen
o Ggf. früheres Erreichens des Herdeneffektes
o Viele Diskussion im BMG zum Übergang von zentralisiertem
Impfen zu HausärztInnen, Frage wie vorgegangen werden sollte, z.B. auch bzgl. Einladungen, basierend auf KK-Daten?
o Aktuell wird dies mit 10 KK besprochen, inkl. Erfassung von
Risikofaktoren, Etablierung des Einladungssystems
– Diskussion
o Gibt es Hinweise, dass Impfung höhere Immunität bewirkt
als natürlich Infektion?
– In Zulassungsstudien werden in Kontrollgruppen oft
Seren von Rekonvaleszenten benutzt
– Bei mRNA Impfstoffen ist die Effektivität höher bei
Infektion, bei Astra Zeneca ähnlich (ist dies richtig?)
In Studien keine Aufteilung in milde/schwere Fälle
– Korrelat für Schutz ist noch nicht optimal etabliert, höhere neutralisierende Ak sind mit Schutz gleichzusetzen
– Wenn niedergelassene ÄrztInnen impfen, sind zeitnahe Infos
über das Schicksal der Impflinge unwahrscheinlich, wird das
Monitoring dann eingestellt? Wie soll dann vorgegangen
werden?
– Digitales Impfmonitoring (DIM) wird gerade mit viel Geld und Arbeit etabliert, das System ist eventuell nicht weiterbetreibbar, wenn Impfungen dezentralisiert werden
– Diskussionen laufen auf Hochtouren, in wie fern KV System genutzt werden kann, um Minimaldatensatz von KV an DIM zu übermitteln
– Dies ist eine große Herausforderung, es handelt sich um sehr neue Impfstoffe, ein enges Monitoring ist essenziell
– Je mehr Datenquellen und Zeitverzüge desto schwieriger
– Aktuelle Überlegung am BMG ist Weiterbetreibung von Impfzentren mit mRNA Impfstoffen auch wegen Kühlung vor Ort, Astra Zeneca und Johnson & Johnson eher im Regelbetrieb
o Gibt es neue Infos zu VOC und Shedding?
– Paper aus Israel zu Astra Zeneca Impfstoff: beinhaltet UK-VOC, sieht eher eingeschränkt aus, Paper wird geteilt, dies ist wichtig für Quarantäneerwägung für Geimpfte
– Studie aus USA:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2102
017?query=featured_home

„höhere neutralisierende Ak sind mit Schutz gleichzusetzen“: Das entspricht meines Wissens nach nicht dem aktuellen Kenntnisstand. Die Antikörpertiter werden als Ersatzindikator verwendet, weil sie relativ leicht und kostengünstig zu erheben sind. Eine klinische Doppelblindstudie ist einfach viel aufwändiger. Siehe Beitag Exkurs Antikörper: Warum die Ak-Menge als Maß für Immunität ungeeignet ist.

„Ein enges Monitoring ist essentiell“: vergleiche dazu RKI manipuliert: Ende 2021 geänderte Notaufnahmezahlen ausgewiesen.

„Am 25.2.2021 wirbt RKI-Chef Wieler auf einer Pressekonferenz mit großem Pathos für AstraZeneca. […] Lauterbach blies per Twitter am 11. März in’s selbe Horn: […]“, auf achgut.com

2021-02-26
Update Impfen (nur freitags) (Folien hier)
bisher in DE ca. 8 Mio. Impfstoffdosen ausgeliefert; für 2. Quartal
70 Mio. Dosen, für 3. Quartal 120 Mio. angekündigt; bis März
Abschluss der Impfungen in Pflegeheimen;
Erreichen „hoher“ Impfquoten unter Berücksichtigung altersspezif. Impfakzeptanz und ohne „Impf-Rückstau“ voraussichtl. nicht vor Sommer 2021
COVIMO: Befragung durch Usuma GmbH in mehreren Wellen;
– Impfbereitschaft ist hoch und steigt mit dem Alter; ca. 12 %
unentschlossen, ca. 4 % Impfverweigerer; ggf. noch
Kommunikationsbedarf bei jüngeren Altersgruppen
;
NW nach der Impfung wurden von ca. 52 % berichtet und als annehmbar bewertet
– intensivierte Surveillance zur Erkennung von Impfdurchbrüchen
am RKI: wöchentl. Screening von SurvNet, Rückmeldung an
Landesbehörde und GA bei symptomat. Impfdurchbruch (> 14
Tage nach 2. Impfung), anschließend Anforderung einer
Typisierung und ergänzende Datenerhebung durch das GA;
o SurvNet: Stand 25.02.21 haben 331 Fälle die 2. Impfung vor > 14 Tagen erhalten (3,5 %), davon sind 254 symptomfrei, 11 haben einen moderaten bis schweren Verlauf, bei 13 wurde eine VOC nachgewiesen; bei geimpften Fällen ist der Anteil derer mit nur 1 Impfung deutlich höher als der Anteil derer mit 2 Impfungen
o Kann bei einem symptomlosen Verlauf von einem Impfdurchbruch gesprochen werden?
– Studien aus UK und Israel belegen hohe Effektivität von BioNTech und AZ bzgl. Schutz vor Infektion, COVID-19 und schweren Verläufen; unveröffentlichte Studien bestätigen die Ergebnisse; noch keine / wenig Daten zur Schutzdauer bzw. Effekt VOC auf Wirksamkeit

2020-03-01
RKI-Strategie Fragen
Nach der Vorstellung von ZIG2 zur Evidenz von Re-Infektionen und Infektionen von Geimpften sowie demVorgehen anderer Länder (Israel), EU-Plänen zu Impfausweissollte die Empfehlung des RKI zu Quarantäne von Geimpftenund Genesenen in Zukunft angepasst werden. Das wird eine Abstimmung mit dem BMG bedürfen, da die
Quarantäneverordnung ggf. angepasst werden muss.
An der Evidenz zu steriler Immunität hat sich nichtsverändert. Die Entlastung von Gesundheitswesen und Reduktion von schweren Verläufen ist durch die Impfungf rüher zu erreichen als die Unterbrechung von Infektionsketten.
– Da die Diskussion zum Impfausweis in spätestens 3 Monaten mit der Einführung der EU-Version aufkommen wird, wäre es gut vorher eine klare Meinung zu haben. Es soll ein realistisches Ziel der Impfung unter Einbezug von Abschätzungen und Modellierungen, Erfahrungen mit Influenza und Grundimmunität entwickelt werden.

2021-03-05
Update Impfung (nur freitags)
Keine Folien
– Kurzbericht durch L. Schaade
o Themen des Stellungnahmeverfahrens (vermutlich 09.03.2021) sind
a) Änderung der Altersgrenze für AstraZeneca Impfstoff (Datengrundlage aus UK),
b) Ausnutzung des maximalen Impfintervalls, jedoch kein off label use,
c) nach stattgehabter SARS-CoV-2 Infektion nur 1 Impfdosis zu empfehlen
– STIKO- Treffen
o Altersgrenze für AstraZeneca Impfstoff wird erhöht, dies wurde aufgrund des hohen Drucks bereits vorab (vor dem Stellungnahmeverfahren) kommuniziert
o Anpassung der ImpfVO durch das BMG muss folgende
Änderungen berücksichtigen:
– Änderung der Altersgrenze
– Impfung von KiTa- und Schulpersonal
– Ausweitung der Impfkampagne auf Arztpraxen
o Frage; Inwiefern ist die Dokumentation der Impfung durch
Arztpraxen gesichert?

– Derzeitiger Stand nach Telefonat KBV/BMG/J. Spahn:
Aggregierte Daten (3 Alterskategorien, kein Geschlecht) werden dokumentiert
– ToDo: Einschätzung der Auswirkungen der eingeschränkten
Dokumentation auf mögliche Datenauswertungen zu Impfstoffwirkung und AEs
, Vergleich mit bzw. Berücksichtigung von bisher verfügbaren Daten zu verabreichten Impfungen, Gegenüberstellungen der Pros und Contras
– z. Hd. L. Wieler


2021-03-10
Update Impfen (nur freitags)
– Umgang mit vollständig Geimpften bzgl. Quarantäne-
Maßnahmen (Entwurf hier)
FG 33 vertritt die Haltung, dass bei vollständig Geimpften
auf eine Quarantäne nach Exposition verzichtet werden
kann
, das Risiko möglicherweise auftretender asymptomatischer Infektionen kann mitigiert werden
– Vorschlag: Quarantäneausnahme für vollständig Geimpfte,
Empfehlung der Selbstisolierung bei Symptomatik, kein Verzicht auf Masken
– US-CDC erlaubt vollständig geimpften (2 Dosen +14 Tage Abstand), sich ohne Maske in Innenräumen zu treffen und ordnet nach Exposition keine Quarantäne an (basierend auf 78 Referenzen)
Mittlerweile liegen Daten zum Gesamteffekt der Impfung auf die Häufigkeit von SARS-CoV-2-Infektionen vor: 70 % weniger nach 1.Dosis von AstraZeneca, 90 % weniger nach 2.Dosis von Biontec/Pfizer-Impfstoff, Viruslast und Dauer der Virusausascheidung sind bei den trotz Impfung PCR-Positiven geringer bzw. kürzer
Diesbezügliche Anfragen aus den BL nehmen zu
o Diskussion
– Frage: Wie soll mit Genesenen umgegangen werden?
Es ist nicht überzeugend, für Geimpfte Ausnahmeregelungen zu schaffen und nicht auf die Genesenen einzugehen
– Aber: Impfung schafft eine standardisierte Situation,
Situation der Genesenen ist zeitlich und durch unterschiedliche Schweregrade nicht standardisiert
– Datenlage hierzu unklar, es wurde ein Review von ZIG im Krisenstab vorgestellt, an dessen genaue Inhalte sich niemand erinnert
ToDo: XXXX wird gebeten, bitte die entsprechenden Folien im
Krisenstab zu zirkulieren
– Lösung: STIKO empfiehlt (datenbasiert), Genesene nur 1.x zu Impfen, daher sollen die Quarantäneausnahmeregeln für vollständig Geimpfte und Genesene, die eine Impfdosis erhalten haben
empfohlen werden Regelungen für Gesundheitspersonal und Testregime bleiben unverändert
– ToDo: Dies muss mit BMG (wegen Implikationen wie z.B.
Impfbescheinigung) abgestimmt werden. Daher Bitte an
um Bericht an BMG zur Quarantäneempfehlung für vollständig
Geimpfte und Genesene mit einer Impfdosis
o Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter
Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel
(Entwurf hier)
– Aufgrund von Hinweisen, dass die Ausnahmeregeln von manchen Betrieben ausgenützt würden, war eine Verschärfung der Formulierung vom BMG gewünscht worden.
– Dokument wird nicht diskutiert

„liegen Daten vor“: Dokumentieren welche! Es gibt bei medizinischen Studien einen ganzen Haufen Tricks mit denen die Untersuchungsergebnisse in die gewünschte Richtung gelenkt werden können. Ist das überprüft worden? Siehe Beitrag Windige Studien erkennen, eine Sammlung von Prüfkriterien.

2021-03-12
Update
Impfen (nur freitags)
Impf-Modell – Spontaner Beitrag in Ergänzung zur Diskussion in Bezug auf neue Varianten und Inzidenz
o Folien hier
o Impfmodell entwickelt, das insb. berücksichtigt: Kontaktverhalten, Liefermengen der 3 Impfstoffe, Impfkapazitäten
o Diskussion mit BMG auf Arbeitsebene
o will Modell demnächst genauer vorstellen im Krisenstab
o CAVE: gemittelte Zahlen
o Aktuell in Impfzentren rund 250.000 Impfungen pro Tag;
perspektivisch bis zu 600.000; ab April zusätzlich 700.000
Impfungen bei Hausärzt*innen
o Verteilung Todesfälle bei 30% Öffnung entsprechend BMG-
Vorschlag nach GMK – mit und ohne B.1.1.7 (+25%)
– Szenarien: wenn Lockerungen zum 15.03., 01.04., 15.04., mit und ohne B1117
– Rebound-Effekte bei B.1.1.7, wenn Lockerungen zu früh; dabei Altersstratifizierung sichtbar: Rebound v.a. bei 40- bis 69-Jährigen (Ältere weniger betroffen wegen der Impfungen)
o Frage: Impfungen bei U18-Jährigen? Antwort: Ab Mai
voraussichtlich auch 16- bis 18-Jährige zu impfen, aber mit
Impfstoff für (noch) jüngere Altersgruppen ist nicht vor Herbst zu rechnen.
– Anmerkungen: Lockerungen werden von Bevölkerung
vorweggenommen – selbst was noch nicht beschlossen ist,
wird bereits gelebt.
– Frage: Modellierung auch auf Ziel, Gesundheitssystem nicht
zu überlasten, nicht nur auf Ziel, Todesfälle zu verhindern?
Insb. in Hinblick darauf, dass jetzt vermehrt Lehrer*innen
geimpft werden und weniger die Älteren. – Antwort: Ja, 4
Outcomes im Modell; ähnliche Rebound-Effekte und Altersgruppen.
– Frage: Auch mit Öffentlichkeit teilen? Insb. in Hinblick
darauf, dass auch extern Personen Modellierungen erstellen. Antwort: Diskussion zunächst innerhalb des RKI und auf Arbeitsebene mit BMG; Wunsch, nicht zu früh an die Öffentlichkeit zu gehen; einerseits Interesse, dass genutzt wird, was auch geschieht, da primär für STIKO gedacht; andererseits Entscheidung der Leitung.
– L. Schaade: Ja, publizieren. „Die Kurven haben Wirkung auf Öffentlichkeit und Politik.“
– L. Wieler: am besten im EpidBull oder auf Website; außerdem in BPK mit klaren Worten „Wenn …, dann…“
Anregungen:
– von FG17: evt. auch erhöhte Fallsterblichkeit mit ins Modell einbeziehen, siehe BMJ
– von FG36: auch Anteil-Steigerung berücksichtigen
– TO DO [FG33 per E-Mail erinnert, 14.03.2021]:
@FG33: Präsentation der Modellierung nächste Woche im Krisenstab.
– Update STIKO
o Astra Zeneca: Altersgrenze herausnehmen; Abstand von 12
Wochen zwischen beiden Dosen empfehlen
o Impfung von Genesenen: selbst wenn asymptomatisch waren, 1 Impfdosis ausreichend.
o RKI-Merkblatt ist entsprechend anzupassen – eilt
– TO DO [keine Erinnerung, gehe davon aus, dass das erfolgt ist,
14.03.2021]:
Aktualisierte Merkblätter noch heute (Fr., 12.03.2021) an Länder
schicken.
– Thromboembolien nach AstraZeneca-Impfungen
o Dänemark hat Impfprogramm für AstraZeneca ausgesetzt,
andere Länder nachgezogen, zumindest für betroffene Charge.
o PEI hat bereits Stellungnahme bzw. Pressemitteilung publiziert (siehe hier)
o in DEU 11 Verdachtsfälle, davon 3 verstorben, v.a. Frauen betroffen. 11 Fälle auf 1,2 Mio. Geimpfte, war zu erwarten;
Hintergrund-Inzidenz eigentlich sogar höher als das, was
bei Geimpften zu sehen.
Wird geprüft.
o Medien kommunizieren auch weitestgehend, dass dies als
Vorsichtsmaßnahme geschieht.
o Anmerkungen: evt. auch Blutgruppe als Risikofaktor berücksichtigen.
Leitung L. Wieler
Diskussion: Tests, Impfungen, 3. Welle
o L. Wieler: in BPK v.a. Fragen zu Anzahl der Tests und Impfungen – nicht nach 3. Welle. Bitte, dem etwas entgegenzusetzen und gute Sprachregelung zu finden, z.B. Papier zu Aussagekraft der Tests. Einbringen in BPK nächste Woche.
o Anmerkungen:
– Online-Medien berichten über 3. Welle; Botschaft
sicher angekommen.
– Aktuell vorliegende Meldedaten: Weniger als 1% der PCR-bestätigten Fälle durch vorangegangenen positiven Antigen-Test ausgelöst, laut Angaben der GÄ
– Selbsttests: Liegt in Hand der Länder.

2021-03-17
Update Impfen
o Impfung von RKI-MA für Ausbruchsuntersuchungen bzw.
Auslandseinsätze:

– Berliner Staatssekretär kann nicht entscheiden
– BKAmt hat entschieden, dass vorerst kein Impfstoff an
Ressorts ausgegeben wird
– Diskussion: Verantwortung des RKI als Arbeitgeber – MA
müssen bei Ausbruchsuntersuchungen/ unmittelbarem Kontakt zu Infizierten geschützt und Eintrag in Risikogruppen vermieden werden; operativer Bereich hat höheren Stellenwert als andere Ressort-Bereiche; möglw. sind diese Aktivitäten des RKI beim BKAmt nicht präsent; Anliegen des RKI wird nochmals sachlich begründet
(Risikobewertung) und vorgetragen; ggf. können Ausbruchsuntersuchungen oder Auslandseinsätze nicht stattfinden

2021-03-19
Lancet Studie aus Dänemark zum Thema Reinfektionen (Folie 6) [natürliche Immunität / Genesene]
o DK hatte 2020 eine kostenlose Teststrategie und hat 4 Mio.
Personen (69% der Bevölkerung) getestet
o Testdaten wurden genutzt, um Reinfektionen anhand von 2
Beobachtungsräumen (Frühjahr, Herbst) zu untersuchen
o >500.000 PCR-negativ in Phase I, 3,3% von diesen in Phase II
positiv
o 11.000 PCR-positiv in Phase I, 72 positiv (0,6%) in Phase II
o Durch Infektion besteht Schutz vor erneuter Infektion, dieser
liegt bei < 65-jährigen bei ~80%
o Insbesondere bei ≥65-jährigen weniger Schutz (47%)

o Bereits infizierte Personen können sich nicht auf Schutz
verlassen
o Studie wurde zu Zeiten ohne virusvarianten durchgeführt
o Auf Bitte des BMG hat ZIG2 eine Zusammenfassung des Lancet
Artikels erstellt, ZIGL schickt diese an Krisenstab
o Bei gealtertem Immunsystem ist eine subadäquate Reaktion
zu erwarten, deswegen ist dieses Ergebnis nicht
überraschend; bei der Impfwirksamkeit ist ähnliches zu
erwarten (geringere Immunreaktion auf Impfung als bei
jüngeren Menschen)

2021-03-19
Noch ist nicht zu sehen, dass aufgrund des Impfeffekts
weniger alte sterben? Ist es zu früh? Sterben geimpfte?

2021-03-19
Kommunikation
BZgA
– Thema Impfbereitschaft
o Aussetzung AstraZeneca stieß auf viel Interesse
o Cosmo Studie ist nicht schnell genug, um dies bereits
auszuwerten
o In Social Media ist bei Befragungen nur ein kleiner Dip in der
Impfbereitschaft zu sehen
o 79% der Befragten wollen sich impfen lassen
o Social Media sind aber nicht repräsentativ für Deutschland

2021-03-19
Update
AstraZeneca
Impfung (nur freitags)
Viel Aufregung generell
FG33
Gestern STIKO Sitzung zu Empfehlung zum neu zugelassenen
Johnson & Johnson Impfstoff, zusätzliche Themen AstraZeneca und
EMA Sitzung
Aktueller Stand
o Jetzt 12 Fälle mit Sinusvenenthrombose: alle 12 Frauen nach
Impfung mit AstraZeneca, alle <55 Jahre, auffälliges Cluster
o PEI hat Hintergrundinzidenzen aus Holland genutzt, RKI in Kontakt mit Krankenkassen-Konsortium um deren Daten hinsichtlich Hintergrundinzidenz auszuwerten
-EMA hat entschieden der Impfstoff ist sicher
Aufträge EMA und STIKO verschieden
– STIKO entscheidet über beste Einsetzung von Impfstoffen und
überlegt, ob bei diesem Signal gewisse Personengruppen lieber
mRNA Impfstoff geimpft werden sollten, dies ist jedoch
kommunikativ und bzgl. Akzeptanz schwierig, dennoch intern
intensive Diskussion
– Einige Länder in Europa haben anders entschieden, z.B. setzt
Norwegen Impfprogramm mit AstraZeneca aus bis auf weiteres,

auch abhängig von Fallzahlen
– Heute erfolgt Veröffentlichung der STIKO-Empfehlung/
Stellungnahme, AstraZeneca weiter wie bisher anzuwenden jedoch
unter genauer Beobachtung, Meldeverzug ist zu erwarten
– Ein Aufklärungsmerkblatt wurde gestern Abend noch angepasst
und ging kurz nach Mitternacht an die BL, wird heute eingesetzt
Hierzu sind FAQ in Vorbereitung mit MaiLab, außerdem soll ein
Video in STIKO App integriert werden zur kommunikativen
Begleitung
Diskussion
o Bei ECDC Call wurde Pathophysiologie besprochen, viele Fälle
mit arteriellen Thrombosen in anderen Ländern
(ggf. HIT II),
Datenlage auf europäischer Ebene noch konfus da unterschiedliche Impfung, Altersbeschränkung und verschiedene Pharmakovigilanzsysteme und -Kapazitäten, dadurch verschiedene Beobachtungen
o Generelle thromboembolische Beobachtung (Lungen- oder
tiefe Beinvenenembolien) sind möglicherweise temporal zufällig, dies ist ggf. anders, wenn Details zum Spezifikum der Sinusvenenthrombose evaluiert werden
o Die Brighton Collaboration erstellt Falldefinitionen, auch zu
anderen Events
o Alle Fälle zeigten eine Thrombozytopenie, deswegen wird ein
autoimmungetriggertes Phänomen vermutet
o Gibt es Berichte aus England zu unterschiedlichem
Einsatz/Nebenwirkungen von AstraZeneca bei Frauen?
o Bei älteren Frauen gibt es generell nicht diese Signale
o Es wurde aus UK kein Signal gemeldet
o Nach Gerüchten von ECDC und Norwegen hatte UK nicht viel
Zeit, in Impfnebenwirkungen-Monitoring zu investieren
o Auch in Deutschland schwierig: PEI hatte am Montag 1.600
Meldungen
, die individuell abgearbeitet werden müssen, dies
liegt möglicherweise an der erhöhten Awareness,

o PEI/Pharmakovigilanzstellen kommen nicht gut hinterher
Impfstoffverfügbarkeit
– Zu Johnson & Johnson werden Neuigkeiten erwartet, auch um
Empfehlungen zu geben, dazu enger Kontakt mit BMG, Gerüchte:
Mitte April – Mitte Mai
– Eine Sputnik Kaufoption oder ob eine Produktionsstätte in
Deutschland besteht ist FG33 nicht bekannt
– Impfstoffverfügbarkeit: eigentlich ist ausreichend Impfstoff
geplant, bis Ende des Jahres 300 Mio. Dosen, wenn diese wie
abgemacht geliefert werden
– Bei ausreichend Impfstoff stehen Überlegungen zu Booster-
Impfungen an

– Probleme mit der Verfügbarkeit werden für die nächsten 6-8
Wochen gesehen, danach voraussichtlich eher das Problem, die
großen Impfmengen umzusetzen
CureVac und Not-/Schnellzulassung (von Lauterbach in
Bundespressekonferenz erwähnt): ggf. weiß er mehr als andere,
CureVac ist im rolling Review der EMA seit Ende Februar, nach
Gerüchten wird Zulassung im späten Q2 erwartet, Vorbestellung
von ein paar Mio. für Q2, 50-60 Mio. bis Jahresende
– Quarantäne von Geimpften:
– Empfehlungen mit FG36 und FG37 abgestimmt, wegen AstraZeneca noch alles nicht eingearbeitet
– Quarantäne von vollständig Geimpften im Gesundheitsbereich kam
auf und wurde intensiv von den Ländern besprochen, Pros:

  1. Arbeitskapazität aufrechterhalten in Kliniken
  2. Reduktion des Risikos Transmission, indem andere
    Kontrollmaßnahmen das Restrisiko auf akzeptables minimieren
  3. Impfakzeptanz steigern in der Gruppe HCW, die teilweise nur
    bedingt willig ist, sich impfen zu lassen

– Konstellation im Optionspapier: wenn Personalmangel von KP I
Quarantäne abweichen, jedoch nicht bei VOC, wenn VOC-Anteil bei 70-80% liegt, muss dies umgangen werden
– US CDC sagt HCW müssen, wenn geimpft, nicht mehr in
Quarantäne, RKI würde sich dem anschließen Nicht Geimpfte müssen immer in Quarantäne US CDC macht Ausnahme bei Bewohnerinnen von Altenheimen und Patientinnen die nur mit Geimpften zusammen sind, in Altenheim mit Geimpften und nicht Geimpften sollte mögliche KP I dennoch in Quarantäne (CDC Vorbild)
– In wie weit ist dies logistisch in der Pflege und in Altenheimen
möglich? Verkomplizierung/Umsetzbarkeit der Empfehlungen?
Außerdem Klagen, Nullrisiko, was wenn HCW Ausbrüche verursachen?
– In Heimen ist Impfquote hoch und Übertragung ggf. blockiert, es
geht fast keine Gefahr mehr vom Personal aus, MNS und Selbst-
isolierung bei Symptomen bleiben zwingend, aber eben vielleicht
keine Quarantäne mehr
– Kontextempfehlung wird diskutiert, dann geht Vorschlag an BMG
– Heute fertigzustellendes Dokument richtet sich nicht an
Bewohnerinnen von Heimen und Patientinnen in KKH, FG33
schickt es an VPräs, dann LZ und an Facherlassberichtspostfach
des BMG
Nächste Woche weitere Überlegung zu Quarantäne von Geimpften
bzgl. Alten-/Pflegeheime

2021-03-29
Frage P1: Gibt es Daten bezüglich der verimpften Astrazeneca Dosen
an Frauen <55 Jahren, die ein erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose durch diese Impfung haben?
Antwort: Bitte bei FG33 anfragen!

2021-03-29
Dokumente
Dokument KPN: Dokument wird am selben Tag fertig gestellt
– Testkriterienpapier: auch asymptomatische KP wurden
aufgenommen Quarantänepapier: Quarantäne für geimpfte bei Kontakt mit VOC?
Antwort1 XXXX
: Gemäß Studien ist Impfschutz bei VOC gegeben.
Antwort2 XXXX
: In KPN-Papier Quarantäne trotz Impfung
empfohlen, nicht wegen schweren Krankheitsverlauf, sondern
wegen Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung trotz Impfung.
Kommentar1
: Zur Sequenzierung B.1.1.7 abgrenzen
und auf andere Varianten fokussieren.
Kommentar 2: Covid Erkrankte müssen aktuell die ersten 3 Monate nach Erkrankungsbeginn nicht in Quarantäne, aber dürfen erst 6 Monate nach Erkrankungsbeginn geimpft werden: Es gibt eine Lücke von Monaten, die es zu schließen gilt.
Hinweis zu Kommentar 2 XXXX
: Es gibt zu diesem Thema
eine dänische Veröffentlichung im The Lancet.

2021-03-31
Dokumente
Anpassung Empfehlungen nach Impfung (betrifft 3 Dokumente)
Veränderung liegt beim BMG
– Quarantäne soll für geimpfte KP1 aufgehoben werden.
– KH-Patienten und Bewohner von Altenheimen, die Kontakt mit sehr gefährdeten Personen haben, sind die einzigen Ausnahmen. Alle anderen können auf Quarantäne verzichten.
– Organisatorische und personelle Maßnahmen für Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen (hier)
– Neu: Geimpfte müssen nicht mehr in Quarantäne.
Anpassung der Empfehlungen zum Infektionsschutz nach Covid-19-Impfung in Altenheimen (hier)
– Keine Durchimpfung von 100%
Kein hundertprozentiger Schutz vor Weitergabe des Erregers. Es kann noch zu Übertragungen kommen.
– Unsicherheit bei VOC
Deshalb müssen ein paar Vorsichtsmaßnahmen beibehalten werden.
– Bei Rückverlegung aus KH müssen Bewohner nicht mehr automatisch in Quarantäne, außer sie sind KP1, dann ist Quarantäne erforderlich.
– Testen: Es soll weiter getestet werden, Testfrequenz kann reduziert werden, keine Vorgaben, nur Beispiel.
– Besucher sind in der Regel im Moment noch nicht geimpft. Besuchszeiten können ausgedehnt werden.
– Größere Veranstaltungen können stattfinden, wenn 90% der Bewohner geimpft wurden.
– Von Seiten des RKI engmaschige Kontrolle von Ausbrüchen, Anzahl in letzter Woche nicht mehr gesunken, aber auf sehr niedrigem Niveau.
o 2 Papiere fallen weg. (Folie hier)
– Optionen zur vorzeitigen Tätigkeitsaufnahme von Kontaktpersonen unter med. Personal bei relevantem Personalmangel
– Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem und nicht medizinischem Personal in Alteneinrichtungen bei Personalmangel
o Management von COVID-19 Ausbrüchen im Gesundheitswesen (hier)
– Nur minimale Änderungen
o Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter
Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel
– ein bevorzugtes Impfen, liegt im Moment im BMG wegen Überarbeitung.
o Rettungsdienst wird nicht adressiert.
– Nicht bewusst dagegen entschieden, medizinisches
Personal ist von Quarantäne ausgenommen
.
– Prüfen, ob eine Fußnote eingefügt werden soll, dass
Rettungsdienstpersonal analog zu medizinischem
Personal ist.

Weiter oben war das ja schoneinmal Thema (2020-12-30, 2021-03-10). Da gab es noch eine Stimme, die sagte, dass eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Genesenen nicht evidenzbasiert sei. Im vorhergehenden Protokoll 2021-03-09 wird darauf hingewiesen, dass die Quarantäne für Geimpfte bestehe, weil es um die Reduzierung der Ausbreitung gehen. Gab es seither neue Evidenz? Oder einer der Fälle von politischer Einflussnahme?

2021-04-07
Impfung für RKI Mitarbeiter*innen
o Bisher nur AstraZeneca- Impfstoff angeboten, wird in der LK
thematisiert, da Ministerium /Bundeswehr/ggf. Landesbehörden involviert sind

2021-04-09
Update
Impfen (nur freitags)
Es gibt eine aktualisierte STIKO Empfehlung:
-zu Johnson&Johnson Impfstoff
AstraZeneca Impfstoff nur noch für >60-Jährige empfohlen
diejenigen, die bereits die erste AstraZeneca Impfung
erhalten haben und unter 60 Jahre alt sind, sollen als 2.
Impfung einen mRNA Impfstoff erhalten
– andere Länder,
z.B. Frankreich folgen dieser Empfehlung.
Studien zum heterologen Impfschema:
1. England: Erste Ergebnisse werden Ende Mai erwartet
2. Charité (homologe und heterologe Kombinationen von
Astrazeneca und Biontech/Pfizer Impfstoffen): erste
Ergebnisse zur Reaktogenität (Nebenwirkungen) werden
Ende April erwartet und erste Ergebnisse zur
Immunogenität (Antikörpertiter, T-Zell Response)
werden Ende Mai erwartet.

Aufklärungsmaterialen, FAQs und Faktenblätter wurden
gemäß STIKO Empfehlung aktualisiert.
Sinusthrombosen als Nebenwirkung des AstraZeneca
Impfstoffs: in D und Skandinavien sind die Fallzahlen 10 Mal
so hoch wie in England. Inzwischen sind auch vermehrt
Männer davon betroffen (aktuell 7 Fälle bei Männern in
Deutschland) und damit gibt es auch bei Männern eine
zwanzigfach erhöhte Inzidenz im Vergleich zur
Hintergrundinzidenz

Durch Aufnahme der Impfungen ins Regelsystem (Impfen in
Arztpraxen) gibt es einen starken Anstieg der Impf-Rate:
650.000 vorgestern und 700.000 gestern, davon ca. die
Hälfte in Arztpraxen verimpft. Nachteil für die aktuelle
Berichterstattung: sehr wenige Daten zeitnah verfügbar
(älter/jünger als 60, welcher Impfstoff, Ort der Impfung).

Frage: Warum so wenig Daten verfügbar?
Antwort: Vereinbarung zwischen KBV-Vorstand und Staatssekretär.
Es geht der KBV in erster Linie um die Abrechenbarkeit der
Impfleistung. Information ist aber später (nach ca. 3 Monaten)
verfügbar.

2021-04-14
— Diskussion —
Positivenanteil in KH (ARS-Daten): Ist die vorgeschädigte KH-
Population tatsächlich weniger betroffen? – möglicher Effekt
der Impfungen von Personal und Patienten; in einigen deutschen Unikliniken Impfung aller stationär aufgenommenen Patienten;

2021-04-21
RKI-Strategie Fragen
a) Allgemein
– Bitten aus AGI:
1. Ausnahme Geimpfte von Testpflicht
o Wunsch: Geimpfte sollen bei Tests nicht mehr
berücksichtigt werden, nur noch niedrigschwellige,
anlassbezogene Testung bei Symptomen.
o Die Empfehlung bleibt so, da es weiterhin zu leichten
Erkrankungen von Geimpften in der Pflege kommt.

o Keine Ausnahme, wird fachlich für die richtige Empfehlung
gehalten.

2021-04-23
Update Impfen (nur freitags)
Elektronischer Impfnachweis
o Diskussionen auf EU-Ebene; RKI nicht federführend, aber
beratend
o Prüfzertifikat für Impfungen bzw. Immunschutz nötig
o Referenz-App wird gerade erstellt, soll open source werden, soll zum 15.05. fertig werden, aber IBM unterschätzt Komplexität
o Restaurants, Flughafen etc. brauchen Lesegerät COVIMO-Studie: Impfverhalten, Impfbereitschaft und -akzeptanz in Deutschland
o Gestern 3. Bericht zu Impfakzeptanz veröffentlicht
weiterhin erfreulich hohe Akzeptanz: 73% auf alle
Fälle, 10% eher wahrscheinlich

– Wer sich nicht impfen lassen möchte: variiert je nach
Impfstoff
– Gesundheitspersonal, inkl. Altenpflege, niedergelassene Ärzte, medizinische Fachangestellte: 75% bereits mind. 1 Dosis erhalten, d.h. Umsetzung der Priorisierung funktioniert wohl.
Impfstoff von Janssen (Johnson & Johnson):
o Auslieferung ca. 300.000 Dosen übers Wochenende, insg. ca.
10 Mio. Dosen bis Ende Q2/2021
o in USA 6 Fälle von Hirnthrombosen, 3 davon mit Thrombozytopenie
o STIKO hat gestern getagt; keine weitreichenden Änderungen der aktuellen Empfehlungen wegen der Fälle in USA geplant, aber weiterhin eng monitoren und ggf. adjustieren, wenn Datenlage klarer wird oder Fälle in DEU auftreten.
Umgang mit geimpften PCR-Positiven mit hohem CT Wert
o war Thema bei AGI; geht insb. um Dauer der Isolierung
o Wenn Virus nachweisbar, dann als Fall zählen und behandeln, auch weil unklar, wie lange Shedding
o Wird am Dienstag in Abt 1 AG Diagnostik und in anderen Runden diskutiert

2021-04-26
Frage: Warum sinkt die Inzident der ü80 Jährigen nicht auf unter
50/100.000 EW trotz Impfung?
Antwort: Wahrscheinlich, weil Impfung nicht unbedingt vor Infektion
schützt
und diese durch häufiger Testung besser erfasst werden und
noch einige nicht geimpft sind.

Fazit

Die in den Protokollen notierten Positionen zu den Corona-Impfungen ergeben für mich kein einheitliches Bild.

Beispielsweise wird geäußert, dass es sich um eine neue Impftechnologie handelt (2020-04-15), was bedeutet, dass sowohl die Wirksamkeit insbesondere was die Transmission angeht und auch die Nebenwirkungen (vom RKI thematisiert das Antibody Desease Enhencement (2020-05-29)), erst im Laufe einer gewissen Anwendungszeit sichtbar werden können (2020-04-27, 2020-08-17, 2021-01-08). Es wird berichtet, dass die Nebenwirkungen zwar nicht schwer seinen, aber mehr als bei herkömmtlichen Impfstoffen (2020-08-17). Es werden entsprechende Überwachungsmechanismen angemahnt (2020-04-15, 2020-04-27, 2020-10-02, 2021-02-17). In den Protokollen ist aber nirgendwo vermerkt, dass sich jemand darum kümmert, dass entsprechende Überwachungsmechanismen auch geschaffen werden.

Gleichzeitig ist völlig unbestritten, dass die neuen Impfstoffe eingeführt und verabreicht werden sollen (2020-07-03). Aussagen zur Wirksamkeit schwanken von ist-keine-Evidenz-vorhanden und wird-auf-jedenfall-schon-nützen (2021-01-08, 2021-03-01). Auch wenn die Evidenz zur Wirksamkeit noch nicht gegeben ist (). Insbesondere was das Thema Transmission angeht (2020-08-17). Auch wenn durch die Impfung mit neuen Varianten zu rechnen ist (). Wenn ich das richtig verstehe, ist mit neuen Varianten zu rechnen, weil die bestehende Variante unter Selektionsdruck der Impfung gerät und damit Varianten vorrangig werden, für die die Impfung nicht mehr so gut anspricht. Das heißt, der Krisenstab fördert durch die flächendeckende Einführung sehenden Auges, das dadurch der Impfschutz wieder unwirksam wird. Was der Krisenstab am RKI aber allerdings nicht explizit diskutiert.

Es finden sich einige Stellen, in denen sich das RKI dafür ausspricht, Geimpfte nicht mit gesellschaftlichen Vorteilen zu ködern, eben weil die Frage der Transmission entweder nicht geklärt ist, oder etwa auf dem Niveau von Genesenen anzusiedeln ist. (2020-11-25, 2020-12-30, 2021-01-08, 2021-03-10). Wobei das Argument, dass Geimpfte ein Vorteil bekommen sollen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen, schon wert gewesen ist in das Protokoll aufgenommen zu werden (2020-01-08). Warum die Impfbereitschaft allerdings so wichtig ist, wenn die Impfung kein Vorteil bei der Transmissionsreduktion im Vergleich zu einer durchgemachten Infektion liefert, wird nicht erörtert.

Merkwürdig finde ich auch die Stellungnahmen zu AstraZeneca. Es ist klar, dass dieser Impfstoff die schlechtere Wahl ist. Anstatt den dann einfach auszusortieren, wird sich um die Kommunikationsstrategie Sorgen gemacht (2021-01-29).

Bezeichnend finde ich auch, dass die Vorgabe aus den USA, dass keine Impfstoffe zugelassen werden sollen, bevor die Präsidentschaftswahlen stattgefunden haben, keinerlei inhaltliche Stellungnahme zur Folge hat (2020-09-28).

Merkwürdig finde ich auch, dass keinerlei Diskussion zu den Risiken der neuen Impfplattform, mRNA-Injektionen mit Lipidnanopartikeln, erfolgt. Vorhandene Studien, etwas die Zulassungsstudie (2020-12-04), werden zitiert aber nicht auseinandergenommen und auf Validität geprüft.

Merkwürdig finde ich auch die Nicht-Reaktion, als Mitte März 2021 auch im RKI-Krisenstab Hinweise auf vermehrte Nebenwirkungen eintreffen. In den Monaten zuvor wurde immer wieder mal darauf hingewiesen, dass es sich um neue Impfstoffe handelt, für die ein besonders gutes Monitoring erforderlich seien. Ein solches Monitoring wurde aber nicht eingerichtet. Was es gab, war das passive Meldesystem bei PEI. Am 2021-03-19 wird berichtet, dass das PEI allein am Montag 1.600 Nebenwirkungen gemeldet bekommen hat. Anstatt dem nachzugehen und endlich ein anständiges Monitoring aufzusetzen begnügt sich der Krisenstab mit dem Hinweis, dass die vielen Meldungen ja auch auf einer erhöhten „Awareness“ der Menschen liegen könne.

Es wurden übrigens schon im März Überlegungen zu Boosterimpfungen angestellt (2021-03-19). Das interpretiere ich so, dass bereits zu diesem Zeitpunkt klar – wenig überraschend, wenn flächendeckende Impfungen zur Ausbreitung neuer Varianten beitragen – , dass der persönliche Schutz nicht länger als ein paar Monate halten würde.

Ich empfinde die vorhandenen Aussagen zu den Impfungen als eine willenlose Mischung aus immerhin moderater begründeter Kritik und widerstandlosem Mitgehen entweder mit dem medizinischen Impfdogma aus Überzeugung oder den politischen Impfvorgaben aus Weisungsgebundenheit oder Opportunismus.

Das passt dazu

RKI-Protokolle belegen „20-fach erhöhte Inzidenz“ bei schwerem Impfschaden, Sinusthrombosen als Nebenwirkung bei AstraZeneca, auf reitschuster.de

„Zu dieser dokumentierten Überforderung passend, sagte die damalige Abteilungsleiterin für Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am 01.09.2023 im zweiten Corona-Untersuchungsausschuss des Potsdamer Landtags wie folgt aus:
„Es gab Leute, die haben sich nur um Todesfälle gekümmert und Leute, die haben sich nur um Myokarditis gekümmert, wie hatten ja viel mehr Arbeit als je zuvor, nur durch diesen Impfstoff.“ (zit. n. Homburg, ebd.)“, auf achgut.com

Pfizer-Zulassungsstudie: Aufschlussreiches aus dem Anhang

Das Robert Koch-Instituts im Nationalsozialismus: Stellungnahme zu den Forschungsergebnissen, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts., 2008, rki.de:

Für das Übertreten humanistischer Grundsätze, für die Verletzung der Würde und der körperlichen Unversehrtheit gibt es zu keiner Zeit der Welt eine Rechtfertigung, auch wenn die Mehrheit ein solches Verhalten toleriert oder gar fordert.

„Wegen den KBV-Daten habe das RKI am 25. Oktober 2022 dem PEI die technischen Übermittlungstandards mitgeteilt, so dass das PEI jetzt eine Schnittstelle entwickeln könne, mit der künftig die Daten mit den KVen effizient abgewickelt werden.“ Auszug aus einem Beitrag über das PEI, das seinem gesetzlichen Auftrag zur Auswertung der Krankenkassendaten nicht nachkommen will (hier, Abschnitt Update 2022-12-17). Offensichtlich war es Aufgabe des RKI, Übermittlungsstandards bereitzustellen. Das hat das RKI auch geliefert. Knapp 2 Jahre nach Einführung der Impfung, für die im Krisenstab die Notwendigkeit eines besonders sorgfältigen Monitorings angemahnt worden war.

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